Gemeinde Grefrath: Auch in der Heide keine Spur
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Gemeinde Grefrath (RPO). Mit 1000 Einsatzkräften suchte gestern die Polizei weiter nach dem vermissten zehnjährigen Mirco aus Grefrath. Bürgermeister Lommetz besuchte die Familie des Jungen. Morgen will Grefrath für Mirco beten.
Gemeinde Grefrath Gestern Abend sperrte die Polizei die Hinsbecker Straße zwischen Grefrath und Hinsbeck und ließ den dortigen Parkplatz von der Feuerwehr ausleuchten. Am Straßenrand waren Bekleidungsgegenstände gefunden worden, wie Mönchengladbachs Polizeisprecher Willy Theveßen am Abend sagte. Ob diese Stücke von dem seit Freitag vermissten Mirco stammen, konnte Theveßen nicht sagen. Die Straße sei gesperrt worden, damit mögliche Spuren, die wegen der Witterung schon schlecht seien, nicht noch schlechter würden. Nun müsse das Ergebnis der Spurensicherung und der kriminaltechnischen Untersuchung abgewartet werden.
Auch bei der Suche in der Wankumer Heide südlich von Wachtendonk entdeckten die 1000 Einsatzkräfte, die aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammengezogen worden waren, Gegenstände. Ob sie tatrelevant seien, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen. "Zurzeit ist nichts dabei, das uns sofort weiterhelfen würde", sagte Theveßen.
Bürger wollen helfen
Hinweise Die Polizei hat im Fall des vermissten Mirco mittlerweile 200 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten
Suche Die Polizei suchte gestern zu Fuß, aus der Luft und mit Booten, unter anderem auf der Blauen Lagune, einem beliebten Badesee.
Wetter Der starke Regen, der am Morgen die Polizisten empfing, als sie am Sammelpunkt in Grefrath eintrafen, erschwerte die Suche zudem. Auch das Finden von Spuren wurde schwieriger
Das Suchgebiet, das die Polizei durchkämmte, liegt westlich der Ortschaft Vorst bei Wankum. Es wird im Osten durch die Niers, im Norden durch die A 40 und im Westen durch die B 221 begrenzt, teilte die Polizei weiter mit. In Vorst hatte sich die Spur von Mirco verloren, die so genannte "Mantrailer-Hunde" aufgenommen hatten. Diese Tiere könnten sogar Spuren von Menschen wittern, die in Fahrzeugen unterwegs gewesen seien, sagte Heinz van Baal, Sprecher der Kreispolizeibehörde Kleve.
Der zehnjährige Mirco wird seit Freitagabend 21 Uhr vermisst. Zuletzt gesehen worden war er auf einer Skateranlage an der Mühlengasse und an einer Bushaltestelle an der Johann-Fruhen-Straße in Oedt. Er war mit einem grasgrünen, so genannten Dirt-Bike unterwegs, das am Samstag an der Mülhausener Straße von Grefrath in Richtung Mülhausen und Oedt an der linken Straßenseite kurz hinter dem Ortsausgang Grefrath gefunden wurde. Dort hatten zwei Zeugen unabhängig voneinander um 21.30 Uhr und kurz vor 22 Uhr am Freitag einen dunklen Pkw-Kombi gesehen, der dort rückwärts in eine Feldeinfahrt geparkt stand (siehe Grafik).
Die Vermisstenmeldung ging bei der Polizei erst am Samstag um 10.40 Uhr ein. Das geschah in Folge eines tragischen Missverständnisses, wie die Polizei bestätigte. Mircos Mutter habe, bevor sie früh ins Bett gegangen sei, ihrem Mann mitgeteilt, dass Mirco auf dem Nachhauseweg sei. Der Vater habe am Computer gesessen und diese Information nicht mitbekommen oder nicht richtig verstanden. Als er später schlafen ging, habe er daher nicht bemerkt, dass der Junge immer noch nicht zu Hause war. Erst am nächsten Morgen, als Mirco nicht zum Frühstück erschienen sei, sei sein Fehlen augefallen.
Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz besuchte gestern Vormittag Mircos Familie, um ihnen in der schweren Zeit der Ungewissheit beizustehen, teilte die Gemeinde Grefrath mit. Die psychologische Betreuung der Familienangehörigen durch Fachleute sei sichergestellt. Morgen um 19 Uhr werde es in der Laurentius-Kirche in Grefrath einen Gebetsgottesdienst geben, den Pastor Norbert Selent von der Christengemeinde Krefeld, der evangelische Pfarrer Hartmut Boecker und der katholische Pfarrer und Regionaldekan Johannes Quadflieg halten.
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