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Gemeinde Grefrath: Auflehnen gegen Gewalt

VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 28.01.2012

Gemeinde Grefrath (RP). Zum ersten Mal haben die Bilder von Otto Pankok den Weg in den Kreis Viersen gefunden. Anlässlich des gestrigen Auschwitz-Gedenktages hat die Liebfrauenschule Mülhausen eine Ausstellung mit seinen Werken eröffnet. Die Holzschnitte in den Fluren des Altbaus wirken bedrückend.

In der Pankok-Ausstellung: Schwester Mechthilde, Lothar Josten, Lehrerin Andrea Vollmer, Annette Burger und die Tochter des Malers, Eva Pankok. Foto: Kaiser

Hier steht ein magerer Mann frierend in der Kälte, da ist es eine ausgemergelt wirkende Menschengruppe mit dem Titel "Spukgestalten", dort sind es Kinder hinter Stacheldraht. Der 1966 gestorbene Maler Otto Pankok erinnert mit seinen Arbeiten an die Verbrechen und Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933 bis 1945.

Dass Pankok aber nicht nur nachdenkliche Bilder gestaltete, zeigen seine Tierarbeiten, ebenfalls Holzschnitte, die einen Flur weiter hängen. Der schwarz-weiße Holzdruck eines heranstürmenden Elefanten wirkt lebensnah, und ein Lächeln entlocken die Hühner auf der Hühnerleiter. "Das Gesamtwerk von Otto Pankok weist eine Vielfalt an Inhalten und Techniken auf, wobei wir hier rund 30 Arbeiten präsentieren, darunter viele Holzschnitte und einige großformatige Kohlezeichnungen", sagte gestern Annette Burger, pädagogische und künstlerische Leiterin des Otto Pankok Museums in Hünxe-Drevenack.

Info

Was noch wichtig ist

Die Ausstellung ist bis zu den Osterferien in der Liebfrauenschule in Mülhausen, Hauptstraße 87, zu sehen, auch für Außenstehende nach Anmeldung unter Ruf 02158-917200. Schulen, die Interesse haben Werke von Otto Pankok zu zeigen, wenden sich an Annette Burger vom Museum, 02841-61200.

Mit ihr war Eva Pankok, die Tochter des Malers, angereist. Sie, die selbst das Nazi-Regime erlebte, sprach von Begebenheiten, die sich in ihr Gedächtnis eingebrannt hätten. So erlebten die Schüler anhand ihrer Erzählungen das Malverbot ihres Vaters und das Berufsverbot ihrer Mutter, einer Journalistin. Gestapo im Haus, Verstecken von jüdischen Menschen, erlebte Diskriminierung von Juden, Zusammentreffen mit Zwangsarbeitern – all das rückte in die Gegenwart. "Fallt nicht auf das Gebrüll der neuen Nazis herein", warnte Eva Pankok.

Auch Schulleiter Lothar Josten erinnerte daran, dass jeder Mensch das Recht habe sich aufzulehnen, wenn er in die Gewalt eines Systems eingebunden werden solle. "Viele Menschen ließen sich damals einbauen, waren Mitläufer oder haben nicht hingeschaut. Keiner hat das Recht zu gehorchen, ihr seid alle für das, was ihr tut, verantwortlich", schlug Josten den Bogen zu Pankok: Der malte Juden, Sinti und Roma trotz Malverbot weiter. Bei den Schülern lösten die Werke Nachdenklichkeit aus. "Es sind ausdrucksstarke Bilder, für die man sich Zeit nehmen muss", meinte Hannah (14). Frage des Tages

Quelle: RP

 
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