Stadt Kempen: Auszeit vom Alltag
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 18.02.2009Stadt Kempen (RPO). Die Kempenerin Marianne Bonzelet leitet einen regionalen Arbeitskreis, der Vorlagen für "Exerzitien im Alltag" erstellt. Auch Menschen wählen diese Form der Besinnung, die sonst nicht in Kirchengemeinden kommen.
Auszeiten müssen sein. Marianne Bonzelet ist es ein Bedürnis, sich regelmäßig Zeit fürs Lesen in der Heiligen Schrift und zur Betrachtung biblischer und religiöser Texte zu nehmen. Eine Erfahrung, die die Lehrerin für Religion und Mathematik am Gymnasium Thomaeum mit anderen teilen möchte.
"Ich habe den Eindruck: Viele haben einen vollen Terminkalender, aber das Herz bleibt leer", sagt die gebürtige Kölnerin. Vor Jahren hat sie eine Ausbildung zur Exerzitienleiterin absolviert. Heute leitet sie den regionalen Arbeitskreis für Exerzitien im Alltag, der in der Fastenzeit im Kreis Viersen in Kempen, Boisheim und Dülken diese spezielle Form der regelmäßigen Besinnung anbietet.
Das Programm
Gesamtthema Ins Leben gelockt – ein Weg mit dem Buch Exodus
Thema erste Woche Die Sehnsucht ins Herz gepflanzt
Thema zweite Woche Aufbruch mit Hindernissen
Thema dritte Woche ... damit das Leben gelingt
Thema vierte Woche Begegnung, die verwandelt
Thema fünfte Woche Mit Gott zu neuen Ufern
Anmeldung ist noch bis 20. Februar
Kosten zehn Euro
Kontakt Marianne Bonzelet, Tel. 02152 50060
Idee von Ignatius von Loyola
Exerzitien gehen zurück auf Ignatius von Loyola, den Gründer der Jesuiten. Sie sollen eine methodische spirituelle Hilfe sein, um im eigenen Leben Gott tiefer zu finden. Ursprünglich für die Dauer von einer bis mehreren Wochen geplant, erkannte auch schon Ignatius von Loyola Anfang des 16. Jahrhunderts, dass sich nicht jeder mehrere Tage hintereinander für Exerzitien frei machen kann. Er empfahl daher Exerzitien im Alltag zu machen.
Marianne Bonzelet – sie gehört der Gemeinschaft Charles de Foucauld an – entwickelt mit ihrem regionalen "Arbeitskreis Exerzitien im Alltag", dem neben dem Dülkener Pfarrer Rainer Thoma noch zwei Ordensfrauen aus dem Erzbistum Köln angehören, Konzepte für diese Form der täglichen Besinnung. Wer mitmachen möchte, muss sich vor allem Zeit nehmen: über fünf Wochen hindurch täglich 30 bis 40 Minuten Zeit fürs Gebet, 20 bis 30 Minuten im Lauf des Tages zur Beschäftigung mit den Anregungen aus den Wochenheften, die der Arbeitskreis zusammenstellt, sowie etwa zehn Minuten am Abend für einen Tagesrückblick und das Gebet.
Für die gesamten Exerzitien im Alltag gibt es ein Begleitheft, zudem für jeden Tag der thematisch geordneten fünf Wochen dauernden Einheit Bibeltexte mit Kommentar, Anregungen zur Betrachtung sowie einen Tagesimpuls. Für jede Woche gibt es zudem ein Kärtchen mit einem Gebet darauf, das in jede Brieftasche passt.
Teil der Exerzitien im Alltag sind so genannte Begleitabende. Dabei treffen sich die Teilnehmer wöchentlich zum Austausch und zum Gebet. "Die Treffen sind kein theologisches Forum, da wird nicht über die Texte im Begleitheft diskutiert. Es geht darum, Spuren Gottes im Alltag zu entdecken", sagt Marianne Bonzelet. Aus ihren Erfahrungen weiß sie, dass diese religiösen Angebote nicht nur Personen wahrnehmen, die viel Erfahrung mit dieser Besinnungsform haben. "Es sind auch Leute dabei, die so nicht in unseren Gemeinden vorkommen", sagt die Exerzitienbegleiterin.
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