Kempen: Bevorzugte Wohnlage
VON SABRINA TILGNER - zuletzt aktualisiert: 06.08.2008Kempen (RPO). Bauland in Kempen ist noch immer heiß begehrt. Wer hier bauen will, hat in der Regel genug Geld. Bauträger setzen auf die wohlhabenden Kunden. Für die Thomasstadt empfiehlt der Kreis die höchsten Grundstückspreise.
Die Thomasstadt ist im Kreis Viersen weiter bevorzugte Wohnlage. Familien und besonders wohlhabende Interessenten zieht es nach Kempen, sind sich Stadt und Bauträger einig. Ihren guten Ruf habe die Kommune laut Stadtsprecher Christoph Dellmans wegen seiner familienfreundlichen Infrastruktur. Entsprechend sind die Grundstückspreise: Der Kreis empfiehlt mit bis zu 270 Euro pro Quadratmeter für Wohnbauland neben Tönisvorst die höchsten in der Region. 20 Euro mehr für die bevorzugte Wohnlage außerhalb des Innenrings als 2007. Die Stadt verkauft die Grundstücke für etwa 230 Euro – um der Familien willen.
Im Vergleich zu Städten ähnlicher Größe gehe es dem Kempener Grundstücksmarkt „seit 30 Jahren sehr gut“, sagt Richard Schmitz, kaufmännischer Leiter der Ralf-Schmitz-Wohnungsbaugesellschaft. Sie baut derzeit in Kempen den Grachtenpark mit Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen der gehobenen Kategorie. Bis auf drei Häuser und sechs Wohnungen seien die 42 Objekte verkauft. Anfragen von wohlhabenden Familien und Paaren kamen aus dem Raum Düsseldorf, Krefeld, Kempen und den Niederlanden. „Eine Klientel mit hohen Ansprüchen, die auch bereit ist, entsprechend hohe Preise zu zahlen“, sagt Schmitz.
Die Neubaugebiete
Dort entstehen z.B. an der St.-Peter-Allee (zwischen St. Töniser und Vorster Straße), an der Von-Saarwerden-Straße und an der St. Töniser unterhalb der Saarstraße Neubaugebiete.
St. Hubert Dort wird am Velbuschpfad gebaut.
Die Nachfrage von außerhalb ist ungebrochen, bemerkt auch Stadtsprecher Dellmans. Durch Neubaugebiete könne die Stadt den Wohnwünschen nachkommen. Nach Kempen wollen die Menschen – zirka 100 Bauwillige stehen auf der städtischen Warteliste für Baugrund – im Gegensatz zu den anderen Städten im Kreis. „Nach Grefrath kriegen wir niemanden mehr“, sagt Frank Markus, Geschäftsführer von Immoconsult, die an der Minna-Meckel-Straße baut. Auch Markus bemerkt, dass kaufkräftige Neubürger nach Kempen ziehen wollen. „Luxuriöse Doppelhaushälften ab 300 000 Euro könnte ich jeden Monat verkaufen“, sagt er. Kempen sei wegen der Nähe zu den Großstädten attraktiv. Und wegen seiner Struktur: wegen der Kindergärten, Schulen, Kultur, Sport und Einkaufsmöglichkeiten. Der Markt für die Mittelschicht aber breche weg. „Die Leute haben weniger Geld. Dennoch machen wir in Kempen Gewinn.“
Während Interessenten von außerhalb in der Thomasstadt bauen wollen, geht der Wunsch nach Grundstücken bei Kempener Bürgern zurück, sagt Stadtsprecher Dellmans. Der Grund: Die Stadt konzentrierte sich von 1999 bis 2002 darauf, ihre Infrastruktur und ihr soziales Angebot aufzupeppen und vergab keine Baugebiete. Die so entstandene Nachfrage nach Grund sei nun durch das Neubaugebiet Vorster Straße gedeckt.
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