Oedt: Bewegend und spannend
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 30.04.2007Oedt (RPO). Eine Premiere feierte die Theater AG der Grefrather Johannes-Horrix-Schule am Wochenende. Zum nunmehr zehnten Mal führten sie ein Theaterstück auf. Diesmal stand „Tarzan“ auf dem Programm.
„Feuer!“, der Ruf schallt laut durch die Albert-Mooren-Halle in Oedt. Doch unter den Besuchern, die dicht an dicht sitzen, bricht keine Panik aus. Das Feuer beschränkt sich auf das Segelboot, das sich an der rechten Seite der Bühne durch die Wellen pflügt. „Rette das Baby“, ruft eine Frauenstimme. Aber nicht nur das Baby kann gerettet werden. Die Eltern schaffen es gemeinsam mit dem Nachwuchs eine Insel – an der linken Seite der Bühne beheimatet – zu erreichen. Die Drei richten sich häuslich im Dschungel ein. Doch die Freude über die Rettung währt nicht lange. Gefahr naht in Form eines Leoparden. Er tötet den Mann und die Frau, lediglich das Baby überlebt. Kurze Zeit später taucht ein Gorillaweibchen auf. Sie nimmt sich des kleinen Kindes an.
Im Wettbewerb
Mit dem Stück „Tarzan“ unterhielt die Johannes-Horrix-Schule nicht nur die Besucher, sondern sie nimmt auch gleichzeitig am Kempener Theaterwettbewerb Wettbewerb „Spectacolo“ teil. Im vergangenen Jahr konnten sie den Wettbewerb in ihrer Altersklasse mit dem Stück „Aristocats“ für sich entscheiden.
Wer jetzt denkt, die Geschichte kenne ich doch, der liegt richtig. Den Klassiker „Tarzan“ brachte die Theater AG der Grefrather Johannes-Horrix-Schule auf die Bühne der Albert-Mooren-Halle. 19 Kinder der Klassen 3a und 3b erzählten die Geschichte von Tarzan und Jane aber auf ihre Weise. Bewegende Szenen wechselten sich mit spannenden und humorvollen Varianten ab. Rührend, wie Gorilla-Weibchen Kala das kleine Tarzan-Baby auf ihren Armen schaukelt und vor den übrigen Gorillas verteidigt, die verlangen, dass sie das Baby zurückbringen soll, um es dem Dschungel zu überlassen. Herzliche Lacher; als einer der Gorillas meinte, so hässlich wäre Tarzan nicht, wenn man sich an ihn gewöhnt hätte. Spannende Szenen, als die Elefanten, erschrocken durch einen Streich Tarzans über die Bühne detonieren – hier wirbelte sogar dank moderner Technik jede Menge Staub auf – und den kleinen Jungen dabei nieder rennen. Aus Klein-Tarzan wird der junge Mann Tarzan. Und der verliebt sich prompt in Jane. Diese ist zusammen mit ihrem Vater, dem Professor Porter, in den Urwald gereist, um die Gorillas zu studieren. Allerdings hat der finstere Expeditionsführer Clayton ganz andere Ziele vor Augen. Doch er hat die Rechnung ohne Tarzan gemacht. Der zeigt nun, dass es doch einen Sinn hatte, dass Kala ihn damals gegen alle Proteste der anderen Affen großzog.
Das Bühnebild alleine war schon einen Besuch wert. Als sich der Vorhang das erste Mal öffnete und den Blick auf Urwald, Lianen, einen See und einen Fluss, der als Wasserfall die Bühne hinabströmte, frei gab, ging ein Raunen durch das Publikum. Die Kostüme taten das Übrige hinzu. Zarte Schmetterlinge, die über die Bühne schwebten, ein Tarzan im Lendenschurz, eine liebliche Jane und viele Tiere des Urwalds, die allerdings in ihren dicken Fellkostümen dank der hochsommerlichen Temperaturen mächtig schwitzten.
Die jungen Darsteller begeisterten ihr Publikum und ernteten dafür jede Menge Applaus.
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