Stadt Kempen: Bronzerelief vom Kreishaus nach Hinsbeck
zuletzt aktualisiert: 16.12.2011Stadt Kempen (RP). Die Männer vom Verkehrs- und Verschönerungsverein VVV Hinsbeck und vom Bauhof Nettetal kamen ins Schwitzen: Der bronzene Türrahmen am alten Kreishaus in Kempen erwies sich als sehr widerspenstig.
Mit Schlaghammer, Werkzeugen und Muskelkraft lösten sie das Kunstwerk unbeschadet aus dem Beton. Sie brachten die schweren Teile nach Hinsbeck, wo der VVV jetzt noch einen passenden und geschützten Ausstellungsplatz sucht.
Der Türrahmen schmückte den im Grünwildwuchs versteckten Seiteneingang zum alten, zum Abriss anstehenden Kreistagssitzungssaal, der über den Gehweg an der Burgstraße kragt.
Die in Bronzeguss ausgeführten Darstellungen von altem Gewerbe im Landkreis wie Weber, Färber, Schmied stammen vom Kölner Künstler Egino Weinert. Er habe sie auch selbst gemacht, bestätigte der 91-Jährige, der für seine Sakralkunst wie Amben und Altäre im Kölner Raum bekannt ist.
Zunächst waren Experten davon ausgegangen, dass er nur den Entwurf geliefert und der Hinsbecker Harry Dolch (1907 bis 1979) der Hersteller war, erklärte Kulturamtsleiterin Dr. Elisabeth Friese. Daher hatte der VVV Hinsbeck besonderes Interesse an dem vermeintlich vom Hinsbecker Dolch stammenden Stück gezeigt. Aber auch nach der eindeutigen Klärung der Urheberschaft nahm er es gern mit.
Eindeutig ein Werk von Harry Dolch sind die zehn Türgriffe an der inneren Eingangstür zum Kreistagssitzungssaal. Sie sind etwa 20 Zentimeter hoch, laufen nach unten rund zu und sind mit farbenfrohem Email beschichtet.
Sie zeigen das alltägliche Leben wie Familienszenen, Berufe, Wandern, ein Fußballspiel, Bauarbeiten, Postbote, Feuerwehr, ein Kind auf einem Karussell. Auch diese, bereits vor Jahren geborgenen und im Kramer-Museum aufbewahrten Teile wanderten in den Geburtsort des Künstlers.
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