Kempen: Das Ende vieler Pappeln
zuletzt aktualisiert: 31.01.2007Kempen (RPO). Dieter Adams vom Grünflächenamt der Stadt Kempen legte am Montagabend dem Umwelt- und Planungsausschuss eine vorläufige Bilanz des Orkans Kyrill für das Kempener Stadtgebiet vor. „14 Tage Arbeit werden wir noch brauchen, um die gröbste Arbeit zu erledigen“, meinte er.
Kyrill fegt durch den Grefrather Haushalt
Der Orkan hat Auswirkungen auf den Vermögenshaushalt der Gemeinde Grefrath. Weil Kämmerer Wolfgang Rive 300 000 Euro für die Erneuerung von zerstörten Lärmschutzwänden an der Ostumgehung und der Hinsbecker Straße in den Etat einstellen musste, sind andere geplante Maßnahmen herausgefallen oder zeitlich gestreckt worden. Dazu gehören Straßenerneuerungen und Deckenüberzüge. Der Kanal Bruchstraße/Niederstraße fiel komplett raus. Bei den Planungskosten für die Hartenfeldstraße und die Florastraße in Grefrath ist der Haushaltsansatz von 40 000 auf 17 000 Euro gesunken.
163 Bäume sind auf öffentlichen Flächen in Kempen gefallen, schlimm betroffen ist vor allem der Kempener Süden am Liebespfad. In der alten Bahntrasse sitzen die Bäume hier oft nicht fest im alten Schottergrund. „Wir pflanzen natürlich nach“, erklärte Adams. In welcher Weise das geschehen soll, will das Grünflächenamt nach Abschluss der Aufräumarbeiten entscheiden. Wie hoch die vom Orkan verursachten Schäden sind, lässt sich noch nicht sagen.
Besonders schade sei es um eine alte Kastanie am Möhlenring, meinte Adams. „Aber auch in Hagelkreuz ist einiges passiert.“ Die städtischen Friedhöfe blieben vom Orkan weitgehend verschont. Nur auf dem alten Friedhof an der Kerkener Straße in Kempen stürzten eine Birke und eine Zeder um.
In der Gemeinde Grefrath konzentrieren sich die Aufräumarbeiten derzeit auf das Wäldchen Hinsbecker-/Schaphauser Straße. Hier hat der Orkan die schlimmsten Schäden im Ort angerichtet: 60 Bäume, unter anderem Kirschen, Buchen und Weiden, sind umgestürzt. Insgesamt wurden und werden an insgesamt 78 Stellen der Gemeinde Aufräumarbeiten geleistet, berichte Markus Gau, Sachbearbeiter Grünflächen im Bauhof. Arg in Mitleidenschaft gezogen wurde auch das Wäldchen Steckendorf-Park. Im Bereich Pappeldyck wurde eine alte Eiche umgeknickt. Sieben große Linden, die an der Mühlengasse in Oedt umgestürzt waren, sind beseitigt; kleinere Schäden mussen noch behoben werden.
Besonders arg ist der Verlust einer großen Linde am Hauptweg auf dem Gemeindefriedhof in Grefrath, die von einer Fachfirma gefällt werden musste. An der Schleck in Oedt arbeitet der Niersverband. Hier hat der Orkan im sumpfigen Gelände die Wurzeln von 50 Jahre alten Pappeln gelöst, von denen viele entfernt werden müssen. Über die Schadenshöhe besteht auch in Grefrath bisher keine Übersicht. Über Aufforstungen muss ebenfalls noch beraten werden. Der Landesbetrieb Straßen NRW kündigte gestern an, dass heute an der Landstraße 444 im Bereich Grefrath/Oedt zehn große Linden gefällt werden.
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