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Stadt Kempen: Das Sturmsymbol ist endgültig gefallen

VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 18.01.2011

Stadt Kempen (RPO). Weitgehend unbemerkt in der Öffentlichkeit ist das Symbol des schweren Sturms vom 5. Juli 1999 in Kempen gefällt worden. Nachdem vorgestern ein Kempener seinem belgischen Besucher den Baum zeigen wollte, aber an der Burg umherirrend nicht finden konnte, stellte sich auf Nachfrage im Kempener Grünflächenamt heraus: Der Torso musste vor einigen Wochen mangels ausreichender Standfestigkeit entfernt werden.

Der Baum nach dem Sturm 1999: Er hat die Kastanie mit seiner zerstörerischen Gewalt zerbrochen.  Foto: RPO
Der Baum nach dem Sturm 1999: Er hat die Kastanie mit seiner zerstörerischen Gewalt zerbrochen. Foto: RPO

Die Stadt Kempen hatte 1999 die von dem nächtlichen Orkan geknickte Kastanie an der Burg absichtlich stehen lassen. Denn sie zeigte eindringlich die ungeheure Zerstörungswut des Sturms, der damals hunderte dicke Bäume im Stadtgebiet zerbrochen und zu Boden geworfen sowie Gebäude und Autos beschädigt hatte. Wahrscheinlich war es nur der tiefen Nacht zu verdanken, dass keine Menschen zu Schaden kamen. Die Verwüstungen vor allem im Grüngürtel rund um die Altstadt lösten eine Welle der Hilfsbereitschaft von heimischen Bürgern und Unternehmen aus. Sie spendeten freigiebig Geld und Bäume.

Der renommierte Krefelder Künstler Will Cassel schuf eine eindrucksvolle Zeichnung des Kastanienstumpfs an der Burg als Sinnbild für die Zerstörung, aber auch für den Willen des Neubeginns. Die Rheinische Post verkaufte damals das signierte Blatt an die Bürger in einer limitierten Auflage von 300 Stück: Mehr als 6000 Mark kamen so für Neupflanzungen zusammen. Cassel machte den verletzten Baumriesen in seinem Kunstwerk unsterblich – auch wenn das Grünflächenamt den Stumpf nun doch beseitigen musste.

Dabei war der einige Meter hohe Reststamm wider allen Erwartens erneut aufgeblüht. Der Torso entwickelte sekundär an der Bruchstelle eine kleine Krone, die die Grünexperten pflegten und erhielten. Die "Riesenbruchstelle", so der Baumfachmann und stellvertretende Amtsleiter Klaus Herrmann, war aber auch das Einfallstor für einen Pilz. Der holzzerstörende Eindringling nutzte die Wunde, um sich im Stamm von oben nach unten durchzuarbeiten. Schließlich gefährdete diese so genannte Weißfäule die Standsicherheit der Kastanie, sagte Herrmann. Die Stadt musste sie im November fällen.

Quelle: RP

 
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