Stadt Kempen: Der Hausmeister steht kurz vor der Legendenbildung
zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Stadt Kempen (RPO). Aus einem Zufall wurden rund 40 Jahre. So lange war Fritz Molderings der gute Geist im Kempener Annenhof. Wo immer etwas kaputt war, hatte er die passenden Schrauben und Ersatzteile in seiner Werkstatt parat. Gestern wurde der nun 68-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Nicht nur die Mitarbeiter des Hauses, sondern auch viele ehemalige Kollegen waren dazu in den Annenhof an der Oelstraße gekommen. Eigentlich sollte Molderings nur den damaligen Schwesterngarten zwischen Hessenwall und Ring pflegen.
Dann kamen aber zunehmend Arbeiten im Kinderheim dazu, die der gelernte Weber gern übernahm. Wohlgemerkt immer neben seiner Haupttätigkeit. "Ich hatte ja Schichtdienst in der Weberei, also konnte ich jeden Tag so zwei bis drei Stunden kommen", erinnert er sich. Der Garten mit Fußballfeld für die Kinder, Rasen und Schwimmbecken mussten in Ordnung gehalten werden. Und im Haus gab es immer eine kaputte Wasserleitung, eine defekte Heizung. Für den Umbau des Annenhofes 1987 nahm er sich sogar seinen Jahresurlaub, um anzupacken.
Gerne erinnert sich Molderings an den guten Zusammenhalt der Mitarbeiter im Haus. Und auch viele ehemalige Kinder aus dem Annenhof freuen sich noch heute, wenn sie ihn auf der Straße treffen. "Fritz", wie ihn alle im Haus nennen, "ist kurz vor der Legendenbildung", meinte Heimleiter Herbert Knops in seinen Abschiedsworten. Begonnen habe Molderings mutmaßlich am 1. Juni 1970, aber damals ging so etwas noch mit Handschlag und ohne große Personalakte.
Zwei Sachen hätten ihn wohl die ganze Zeit geärgert, meinte Knops. Die Blätter in der Herbstzeit und der viele Müll. "Ist ja kein Wunder, wenn man jeden Morgen kommt und sieht den Mist", bestätigte Molderings lachend. Er freute sich über die "unheimliche Entwicklung, die der Annenhof gemacht hat." Zum Abschied gab es vom Haus ein Erinnerungsalbum, von den Kollegen eine gut gefüllte Radtasche für den passionierten Radfahrer.
Bestes Geschenk war aber wohl eine verlängerbare Zehnerkarte für das allmorgendliche Mitarbeiterfrühstück. Auf mehr Zeit für die beiden Söhne und das Enkelkind, die in mit ihren Familien in Argentinien leben, freut sich Molderings.
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