Kempen: Die Prinzengarde und das Sommermärchen
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 15.01.2007Kempen (RPO). Theo I. und Karin I. wurden am Samstag bei der stimmungsvollen Prinzenproklamation des KKV inthronisiert. Die St. Huberter regieren jetzt drei Jahre das Kempener Narrenvolk.
Stadt Kempen Der Saal tobte, als das neue Prinzenpaar nebst Gefolge einmarschierte und um 19.28 Uhr erstmals die närrische Bühne ihrer dreijährigen Amtszeit betrat. 600 Besucher erlebten am Samstagabend im ausverkauften Kolpinghaus eine stimmungsvolle und heitere Prinzen-Proklamation, bei der Theo I. und Karin I (Balters) aus St. Hubert in Amt und Würden eingesetzt wurden.
Zwei „Hüppersche“ schwingen nun das Zepter in der närrischen Session. Beim Hoppeditz-Erwachen (11.11.) war das Geheimnis um die Nachfolge von Hubert I. und Ute I. gelüftet worden. Traditionell schlug der alte Prinz den neuen zum Ritter der Freude: Hubert I. überreichte Theo I. die drei Federn für die Prinzenkappe. Und die sind gelb und grün. Denn diese St. Huberter Farben bestimmen auch das Outfit des neuen Paars. Rot und Blau sind drei Jahre lang nicht mehr in Mode.
Närrisches Blut
In Theo und Karin Balters von der Breitestraße in St. Hubert fließt närrisches Blut. Die 44-jährige Prinzessin stand in der Bütt (Op de Hei), war Tanzmariechen und gehörte der Tanzgruppe der Straßengemeinschaft „Heideröslein“ an.
Auch der 57-jährige Prinz kennt sich mit Auftritten bestens aus. Er war im Elferrat der KG Op de Hei und ist als Volksschauspieler auf der Kendelbühne aktiv.
„Es ist für uns eine große Ehre und Freude zugleich, drei Jahre zu regieren das Kempener Narrenreich. Wir wollen Prinz und Prinzessin für alle sein“, rief Theo I. bei seiner Proklamationsrede seinem Volk zu. Seine Tollität bedankte sich für den tollen Empfang: „Es ist ein gigantische Gefühl, hier oben zu stehen. Beim Einzug bekam ich eine Gänsehaut.“ Auch ihre Lieblichkeit griff zum Mikrofon und machte bei ihrer kurzen Begrüßung deutlich, dass sie nicht im Schatten des Prinzen stehen und das Motto des Paars „Frohsinn, Lachen, Spaß an der Freud’/wir geben Gas in die närrische Zeit!“ entscheidend mit prägen wird. Grußwort und Glückwünsche der Bürgermeister waren büttenreif. Karl Hensel und Vize Karl-Heinz Hermans erzählten gemeinsam als Doppelspitze in Reimform von St. Hubert und Kempen. Am Ende hieß es: „Mit Theo und Karin als Herrscherpaar, das erste seit viel hundert Jahr, das St. Hubert uns all’ tut schenken, darüber freut sich toll ganz Kempen.“ Mit Sicherheit. Denn das Prinzenpaar strahlt mit seiner sympathischen, natürlichen und heiteren Art jede Menge Frohsinn und gute Laune aus. Das kommt an.
Nach so vielen Reden, Ehrungen und Ordensverleihungen sorgte das Programm des Kempener Karnevalsvereins für gute Unterhaltung. Bettina Stark, die drei Zentner schwere Powerfrau aus Stuttgart, heizte dem Publikum mit ihrer brennenden Trompete mächtig ein. Ein Elvis-Presley-Imitator sorgte zwar nicht für die große Stimmung. Dafür kamen aber die Elvis-Fans im Saal mit vielen bekannten Hits voll auf ihre Kosten. Zum Glück weckten die drei „Cölln-Girls“ aus der Domstadt mit reichlich kölsche Tön den Saal wieder auf. Der tobte dann, als die Funkenartillerie der Freiwilligen Feuerwehr Kempen ihren neuen Ehrentanz vorstellte. Drei Zugaben waren fällig.
Krönender Abschluss war der Auftritt der 50-köpfigen Formation des Tanzsportclubs Rheinfeuer Koblenz. Für ihre gekonnte Mischung aus Tanz und Akrobatik sowie ihre farbenprächtigen Kostüme und Bühnenbilder bekamen sie von den begeisterten Kempener Narren einen Riesenapplaus.
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