Grefrath: Die verzweifelte Suche nach Mirco geht weiter
zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 - 19:50Drei Tage nach dem Verschwinden des zehnjährigen Mirco aus Grefrath hat die Polizei immer noch keinen Hinweis auf das Schicksal des Jungen. "Wir müssen leider mit dem Schlimmsten rechnen", sagte ein Polizeisprecher. Am Montag kümmerten sich Seelsorger um die Mitschüler. Mircos Schulkameraden sind in tiefer Sorge.
Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass das Kind einen Grund gehabt habe, von zu Hause auszureißen, sagte der Sprecher der Polizei. Mirco war am Freitagabend zuletzt an einer Bushaltestelle in der Nähe einer Skater-Anlage in Grefrath gesehen worden. Von dort aus wollte er laut Polizei mit dem Fahrrad nach Hause fahren, kam aber nicht an.
Am Montag suchten erneut rund 300 Beamte nach dem Jungen, jedoch ohne Erfolg, wie der Polizeisprecher sagte. In dem durchkämmten Gebiet in Wachtendonk-Vorst hatten Fährtensuchhunde der Polizei angeschlagen. Der Ort liegt etwa acht Kilometer von dem Ort entfernt, an dem der Junge am Freitagabend zuletzt gesehen wurde. Am Dienstag sollte die Suche mit der doppelten Mannschaft vorgesetzt werden.
Zudem geht die Polizei einem Hinweis auf ein verdächtiges Auto nach. Zeugen hatten berichtet, dass an dem Ort, an dem später das Fahrrad des Zehnjährigen gefunden wurde, ein Pkw eingeparkt habe.
Der Junge ist etwa 1,50 Meter groß und hat blondes kurzes Haar, das er sich zu einem Irokesenschnitt frisiert hat. Bekleidet ist er mit einer grauen Jogginghose und einem T-Shirt. Zuletzt war er mit einem grasgrünen Fahrrad, einem sogenannten Dirt-Bike, unterwegs.
Seelsorger kümmern sich um Mitschüler
In Mircos Umfeld ist die Sorge riesig. Der Junge besucht die sechste Klasse der Gemeinschaftshauptschule Grefrath am Burgweg. Schulleiterin Helmi Röhrig war am Samstag über das Verschwinden des Jungen informiert worden. Am Montagmorgen hatte sie die Lehrer zu einer Konferenz einberufen, um zu besprechen, wie das Verschwinden des Jungen im Unterricht aufgefangen werden könnte.
Auch die Polizei war am Montag in die Schule gekommen. Die Schulleitung ordnete für die ersten Stunden Klassenlehrerunterricht an. Für das sechste Schuljahr, das an der Grefrather Hauptschule einzügig ist und das Mirko besucht, hatte sie Seelsorger der großen Kirchen in die Schule gebeten, die gemeinsam mit der Sozialpädagogin die Situation besprachen.
Der Schule komme es darauf an, Schülern und Eltern Sorgen und Ängste zu nehmen, sagte Helmi Röhrig. Die Familie von Mirco wird nach Informationen unserer Redaktion von der Christengemeinde Krefeld, einer Freikirche, betreut. Deren Gottesdienste im Evangeliumshaus an der Gladbacher Straße besucht die Familie, bestätigte die Gemeinde. Weitere Angaben machte sie allerdings nicht.
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