Kempen: Dieses Gold hilft Kindern
VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 19.10.2007Kempen (RPO). Die Schwester-Ina-Stftung, die seit fünf Jahren den Kempener St. Annenhof unterstützt, hat gestern ihre neue Jahresmedaille vorgestellt. Sie ist ein Dankeschön für Spender. Und sie hilft selbst mit ihrem Verkaufserlös.
Der St. Annenhof an der Oelstraße bietet „Hilfen für Kinder, junge Menschen und Familien“, heißt es auf seinem neuen Eingangsschild. Zur Zeit betreut er 67 Menschen im Alter von acht Monaten bis 20 Jahren aus dem ganzen Kreis Viersen. Schwerpunkt ist die stationäre Erziehungshilfe, daneben gibt es die teilstationären Hilfen in Tagesgruppen und seit drei Jahren die flexible ambulante Hilfe: Fachpersonal geht in sozial schwierige Familien, unterstützt sie, damit die Kinder möglichst in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können und nicht ins Heim umziehen müssen. Das alles kostet eine Menge Geld, bezahlt von den Jugendämtern. Aber für alles, was darüber hinausgeht, „was den Alltag lebens- und liebenswert macht, fehlen die Mittel“, sagte gestern der Leiter des St. Annenhofs, Herbert Knops. „Da ist es gut zu wissen, dass wir die Stiftung im Rücken haben.“
Die Medaille 2007
Die vergoldete Schwester-Ina-Medaille 2007 zeigt vorn das Porträt von Schwester Ina; sie leitete den Kindergarten Annenhof von 1935 bis 1971 und starb 1980. Die Rückseite bildet das Franziskanerkloster mit Paterskirche und Haus Franziskus, eine Außenwohngruppe des Annenhofs, ab.
Die Medaille (Auflage 250 Stück) ist für 50 Euro im Annenhof, Oelstraße 9, im Propsteipfarrbüro, Judenstraße 14, und in der Sparkasse, Orsaystraße, erhältlich.
Spendenkonto der Schwester-Ina-Stiftung: Volksbank Kempen-Grefrath, BLZ 32061414, Konto 703493017 oder Sparkasse Krefeld, BLZ 32050000, Konto 39040
Mit den Erträgen aus dem Stiftungskapital, mit Spenden von Privatleuten und Firmen und mit dem Verkaufserlös der Schwester-Ina-Medaille konnte der Annenhof in diesem Jahr einige Projekte verwirklichen: So richtete er für Kinder und Jugendliche einen schallgedämmten Musikkeller samt Technik und Instrumenten ein. Im von-Nievenheim-Haus sind zwei kleine Appartements saniert und möbliert worden. Hier finden junge Erwachsene auf dem Weg in die Selbstständigkeit eine erste kleine Wohnung. „Viele tun sich mit dem Riesenschritt schwer, ihre lieb gewonnene Umgebung zu verlassen“, so Knops, zumal es schwer sei, in Kempen eine kleine Wohnung zu finden. So haben sie noch einmal Zeit, „nachzureifen“ und ihre Chancen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt zu verbessern.
Weitere Projekte sind 2008 geplant: Die flexible ambulante Hilfe soll ausgebaut werden. Schon zur Monatsmitte hätten manche Familien kein Geld mehr für Lebensmittel oder die Mittel für Schulmaterial fehlen, weiß Knops. Hier soll auch materiell geholfen worden. Der Innenhof des Kinderheims soll mit neuen Spielgeräten wie einer Nestschaukel aufgemöbelt werden. Und die Einrichtung denkt an ein Angebot für minder- und gerade volljährige Mütter: Sie sollen drei bis sechs Monate im Annenhof bei der Erziehung ihrer Kinder von Pädagogen unterstützt werden. Knops: „Der Bedarf wächst.“ Schließlich sollen Kinder, die sich in der Schule schwer tun, ganz gezielt gefördert werden. Eine 400-Euro-Kraft gibt bereits Nachhilfe.
Propst Dr. Thomas Eicker, dessen Pfarre den Annenhof trägt, schätzt an der Schwester-Ina-Stiftung ihre verlässliche Unterstützung: „Mit ihrem Kapital ist sie so ausgestattet, dass sie auch in schlechten Zeiten ein starker finanzieller Rückhalt ist.“ Immerhin hängen etwa 60 Beschäftigte von Erziehern über Sozialpädagogen bis zum Hausmeister an dem Heim. „Die Stadt ist dankbar“, betonte Vizebürgermeister Karl-Heinz Hermans, „den Annenhof in ihren Mauern zu haben.“
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