Kempen: Echt Kempsche Fastelovend
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 01.02.2010Kempen (RPO). Der Elferrat der Kempener Kolpingfamilie präsentierte am Samstag vor 400 Narren eine tolle Karnevals-Sitzung. Beim bunten Programm feierte das Ehepaar Plenker als die "Twie Drüje" ein gelungenes Comeback.
StadtKempen Eine Sternstunde in Kempens fünfter Jahreszeit erlebten 400 Narren am Samstagabend im Kolpinghaus. Dort präsentierte der Elferrat der Kolpingfamilie im ausverkauften Saal eine tolle Karnevals-Sitzung. Das bunt gemischte und stimmungsvolle Programm riss die Besucher von den Stühlen.
Viele verkleidet
Als der Elferrat pünktlich um 20.11 Uhr in den Saal einzog, hatten sich die zum Großteil mit schönen Kostümen verkleideten Narren bereits mit Schunkelliedern in Stimmung gebracht. Sitzungs-Präsident Heinz-Gerd Plenker begrüßte die Gäste und wünschte viel Spaß beim "echt Kempsche Fastelovend". Einen tollen Empfang bereiteten die Narren dem neuen Prinzenpaar Peter I. und Marianne I., das nebst großem Gefolge sein Debüt bei Kolping gab. "Heute haben wir noch einen anderen Termin. Aber nächstes Jahr bleiben wir hier", versprach ihre Lieblichkeit. KKV-Präsident Heinz Börsch gratulierte dem Elferrat, dass Kolping in Kempen die Tradition des Sitzungskarnevals pflegen.
Neuer Doktor h.c.
Jedes Jahr zahlt die Kolpingfamilie bei ihrer Sitzung ihren Ehrendoktoren deren jährliche Rente von 111 Cent aus. Am Samstag gesellte sich ein neuer Doktor honoris causa hinzu: Bernhard Messing. Der Steinmetz-Meister ging einst als jüngster Prinz in die Kempener Karnevalsgeschichte ein und war auch beim Kolpingkarneval aktiv.
Im nächsten Jahr findet die Kolpingsitzung am 12. Februar statt. Bereits am Samstag gab es dafür Karten zum Vorzugspreis (17 Euro) zu kaufen.
Zu den Ehrengästen zählte auch Vize-Bürgermeister Otto Birkmann. Der kündigte ziemlich selbstbewusst an, dass am Karnevals-Sonntag "keine Chance" bestehe, dass Rathaus zu stürmen: "Euch erwartet Schauriges." Das wollte Ehrenbürger Karl-Heinz Hermans, der diesmal zu den Angreifern zählt, nicht so stehen lassen: "Das Rathaus ist doch schon schaurig. Wir werden es den Konfetti-Lochern so richtig zeigen und als Sieger einziehen."
Bei der Auswahl des Bühnen-Programms zog der Elferrat keine Niete. Als Eisbrecher stieg "deä Müllmann" in die Bütt, der eine weiße Mülltonne mitbrachte: "Die bekommt Kempen jetzt auch. Da kommt der Schnee rein. Im Juli wird die Tonne abgeholt." Gewohnt souverän und gekonnt begeisterte der "Man mit dem Koffer (Fritz Esser). Beim Lokalmatador kam natürlich seine Heimatstadt nicht zu kurz. "Warum nennt der Friseur seinen Kunden Karl Hensel Herr Steinkamp? Weil dem Ex-Bürgermeister dann die Haare hochstehen, die dann besser zu schneiden sind."
Kaum von der Bühne gelassen wurde Bauchredner "Kay und Company" , der auch als Heinz-Erhard-Double eine glänzende Figur abgab. Vor Lachen kullerten vielen die Tränen über die Wangen. Besonders als Elferrats-Mitglied Bernd Berger und Annette aus der ersten Reihe dem Bauchredner Pate standen, tobte der Saal. Erstmals in Kempen war das Bremer Duo "Tante Luise und Herr Kurt" zu Gast und präsentierte ein fantastische Mischung aus Comedy und Artistik.
Mit Spannung warteten die Gäste auf das Comeback der "Twie Drüje". Bei Heinz-Gerd Plenker und Ehefrau Brigitte kam der Lokalkolorit wie gewohnt nicht zu kurz. "Ferdi geht uns auf den Senkel. Aber wenn wir ihn mal 14 Tage nicht sehen, vermissen wir ihn." Und der Werbering bemühe sich, den Kempener Martinszug viermal im Jahre durchzuführen, damit Kempen noch häufiger ins Fernsehn kommt. Zum Schluss heizte das Krefelder Fanfarenkorps mit reichlich Kölsche Tön den Narren nochmal ein. Da war es schon nach Mitternacht.
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