Kempen: Echte Hüppersche
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 13.11.2006Kempen (RPO). Am 11.11. um 11 Uhr 11 stellte der Kempener Karnevalsverein mit Theo I. und Karin I. das neue Prinzenpaar vor. Die Eheleute Balters sind Vollblut-Karnevalisten und erfüllen sich einen Traum.
Stadt Kempen. Der erste Eindruck? Sehr sympathisch, volksnah und humorvoll. Theo I. und Karin I. heißt das neue Prinzenpaar, das in den kommenden drei Jahren das närrische Zepter schwingt. In Amt und Würden werden die Ordensträger bei der Prinzenproklamation am 13. Januar eingeführt und erleben am Rosenmontag den Höhepunkt ihres närrischen Lebens. Dann schallt es in den Straßen der Thomasstadt nicht nur „Rot und Blau, Kempen Helau“, sondern auch „Sint Huppert Kaak“.
Bühnenerfahrung
In Theo und Karin Balters von der Breite Straße in St. Hubert fließt zweifelsohne närrisches Blut. Und beide sind echte Hüppersche. Die 44-jährige Sekretärin in einem Krefelder Krankenhaus stand in der Bütt (op de Hei), war Tanzmariechen und gehörte zur Tanzgruppe der Straßengemeinschaft Heideröslein. Ihre Eltern (Herbert und Adele Wegert) waren auch schon im Karneval aktiv. Ebenso ihr Bruder Friedhelm in der Prinzengarde. Der Prinz war im Elferrat der KG Op de Hei, stand dort auch in der Bütt und ist im Kempener Karnevalsverein (KKV) aktiv. Mit Auftritten kennt sich der 57-jährige Elektroinstallateur-Meister bestens aus. Erst kürzlich begeisterte er als Volksschauspieler der Kendelbühne. Ferner gehört er der Handwerkerschaft und dem Martinskomitee an.
Neuer Prinzenführer
Kempens neues Prinzenpaar hat sich Ex-Prinz (2001-03) Uwe Tombeil als neuen Prinzenführer (bisher Karl-Günter Schmitz) und Adjudanten ausgesucht. „Wir werden von Uwes Erfahrung und seiner ruhigen und besonnenen Art profitieren“, sagt Theo I. Noch geheim ist, in welchem Ornat das Prinzenpaar ab 13. Januar die Narren regieren wird.
Mit ihrer dreijährigen Regentschaft erfüllen sich Theo I. und Karin I. einen Traum. „Wir haben immer mal darüber nachgedacht. Jetzt sind wir 33 Jahre im Karneval tätig und wollten den Schritt ins Prinzenleben vollziehen“, sagt die Prinzessin. „Wir wollen einfach Spaß an der Freud haben, aber auch anderen Freude bereiten und dabei stets volksnah und natürlich bleiben“, fügt der 22. Prinz der Thomasstadt hinzu.
In den vergangenen Jahren hatte der KKV stets bis zur Proklamation den Namen des neuen Prinzen geheim gehalten. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte KKV-Sprecher Heinz Börsch am Samstag bei der Vorstellung von Theo I. und Karin I. im Rathaus. Im kleinen Kreis begrüßte Bürgermeister Karl Hensel das alte (Hubert I. und Ute I.) und neue Prinzenpaar: „Ich freue mich, dass unsere neuen Herrscher aus St. Hubert kommen. Damit steht der Karneval unter einem ganz besonderen Zeichen. Unsere Bemühungen, die Konfliktlinien zwischen St. Hubert und Kempen abzubauen, tragen damit weitere Früchte.“ Hensels kongenialer Partner und Stellvertreter Karl-Heinz Hermans wies allerdings auf die große Invasion aus dem Kendeldorf hin: „Mir liegt St. Hubert sehr am Herzen. Aber wenn neben den Fraktionsvorsitzenden der beiden große Parteien jetzt auch noch das Prinzenpaar aus St. Hubert kommt, muss man sich langsam Sorgen machen.“ Doch dass die Ratssitzungen künftig im Kendeldorf stattfinden und dort der Rosenmontagszug startet, ist bisher nur ein Gerücht.
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