Stadt Kempen: Ehrenamt bringt Lese-Lust
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 03.07.2009Stadt Kempen (RPO). Nicht nur lesen, sondern auch das Lesen zu vermitteln, macht Spaß. Da sind sich die Ehrenamtlerinnen einig, die im Laufe der Sommerferien den Sommerleseclub in der Kempener Stadtbibliothek betreuen.
Rein ehrenamtlich, einfach nur aus Spaß am Lesen bringen sie je nach Zeit und Urlaubsplanung einige Stunden in der Kempener Stadtbibliothek zu. Hibah Bergut (19), die gerade Abitur gemacht hat, füllt so neben einem Schülerjob die Zeit bis zum Studium aus, für Mirjam Köhler (14) ist das eine sinnvolle Beschäftigung in den Ferien, Ingeborg Schwarz (66) ist bereits Rentnerin und in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich tätig und die Kinder von Iris Weihrich (45) sind schon so groß, dass sie in ihrer Urlaubsplanung keine Rücksicht mehr auf Ferien nehmen muss.
Drei Bücher in den Ferien lesen
Vor den Ferien trafen sie sich mit Bibliotheksleiterin Ursula Wiltsch, um die Regelungen des Sommerleseclubs zu besprechen. Jedes Kind bekommt ein Logbuch. Mindestens drei Bücher sollen in den Ferien gelesen werden. Und ein klein wenig wird auch kontrolliert, ob sie wirklich gelesen haben, sollen sie doch den Mitarbeiterinnen erzählen, worum es in dem Buch ging, wer die wichtigsten Personen im Buch sind. Dafür gibt es einen Stempel ins Logbuch und am Ende der Sommerferien ein Zertifikat, und die Leseleistung taucht auch am Halbjahresende auf dem Zeugnis auf.
Was noch wichtig ist
Förderung Die Aktion Sommerleseclub wird landesweit vom Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers gefördert.
Bücherauswahl Für den Sommerleseclub wurden rund 300 Titel aus dem Jugendbuchbestand ausgesucht, die alle extra gekennzeichnet sind.
Regeln Die Teilnehmer des Sommerleseclubs erhalten einen besonderen Ausweis. In der Regel können sie die Bücher für zwei Wochen ausleihen, aber natürlich die Leihfrist auch verlängern.
Party Zum Ende der Aktion gibt es am Samstag, 22. August, ab 15 Uhr eine Abschlussparty.
In den Schulen wurde schon Werbung für die Aktion gemacht, erzählt Ursula Wiltsch auf Nachfrage der Ehrenamtlichen. "Ausgabe und Rückgabe der Bücher üben wir gleich einfach mal, außerdem schauen wir uns die rund 300 Bücher, die für die Aktion ausgewählt wurden, an", beruhigt sie die Teilnehmerinnen. Angesprochen sind Kinder ab dem fünften Schuljahr. Wobei es auch viele Bücher für schwächere Leser in großer Druckschrift oder mit kurzen Kapiteln gibt. Rundherum bietet die Auswahl für Leseratten aller Art etwas.
Wie streng denn die Kriterien für den Stempel wären, möchte Ingeborg Schwarz wissen. "Die Kinder können auch später erzählen oder was aufschreiben", beruhigt Ursula Wiltsch. "Wir sind ja nett" fügt Iris Weihrich hinzu. Alle lesen übrigens selbst gerne Kinderbücher und wollen vor Beginn der Aktion noch einmal in die Bücher hinein schnuppern, sagen sie übereinstimmend.
Iris Weihrich freut sich auf die Wochen in der Bibliothek. Ingeborg Schwarz erwartet viele neue Erfahrungen mit den Kindern. Barbara Dreeßen-Köhler (54) gehört sowieso schon lange zum Stamm der ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Bibliothek und hat ihre Tochter Mirjam sozusagen infiziert.
Neben den fünf hauptamtlichen Mitarbeitern sind inzwischen 16 Ehrenamtler in der Bibliothek tätig. "Das entlastet uns sehr", freut sich die Bibliotheks-Leiterin Ursula Wiltsch. Den Grund für das Engagement bringt Ingeborg Schwarz auf den Punkt: "Es macht Spaß, für andere zu sorgen."
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