Kreis Viersen: Ein Warenhaus mit eigenem Namen
zuletzt aktualisiert: 24.12.2011Kreis Viersen (RP). Bis zum Heiligen Abend stellt die Rheinische Post in Kooperation mit dem Niederrheinischen Freilichtmuseum des Kreises Viersen in Grefrath in einer Serie Lieblingsspielzeug und Lieblingsspiele der RP-Leser vor.
Mit Eröffnung der neuen Saison des Museums im Frühjahr 2012 wird das Lieblingsspielzeug als Leihgabe präsentiert. Heute stellt die RP das Lieblingsspielzeug von Karin Schenk aus St. Hubert vor: ihren Kaufmannsladen.
Es ist ein Spielzeug-Erbstück der Familie, das ihr Großvater in der Oberlausitz, der Schreiner war, selbst angefertigt hatte. "Er ist komplett aus Holz, hat einen Holzbogen mit Namenszug", sagt die St. Huberterin. "Warenhaus von Karin Miethe" – so ihr Mädchenname – hatte der Großvater auf den Bogen geschrieben, als sie den Kaufladen als ältestes von drei Geschwistern geschenkt bekam. Danach erhielten ihn ihre beiden Brüder.
"Unser Vater kratzte für die jeweilige Geschäftsübergabe den alten Namen weg und malte fein säuberlich die Namen des neuen Ladeninhabers auf den Holzbogen." Einkaufen, abwiegen, aussuchen und abrechnen fand Karin Schenk interessant.
Jedes Jahr vor Weihnachten holten ihre Eltern den Kaufmannsladen wieder hervor und bestückten mit neuem Warenangebot, wozu auch Süßigkeiten gehörten. Im Frühjahr verschwand der Kaufladen dann wieder in den Keller bis zum nächsten Weihnachtsfest. "Als geschätztes Erbstück wurde und wird der hübsche Kaufladen in unserer Familie weitergereicht. Zuletzt war Anne Miethe, mein Patenkind, Besitzerin des Kaufladens", sagt Karin Schenk.
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