Stadt Kempen: Eine Brücke aus Karten
VON TOBIAS NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Stadt Kempen (RPO). Zum zehnjährigen Vereinsbestehen lud der Bridge-Club Kempen mit seinem Vereinsvorsitzenden Pieter van der Eijk zum offenen Jubiläums-Paarturnier in die Deula ein. Das Kartenspiel erfordert hohe Konzentration.
"Das englische Wort bridge bedeutet Brücke, und beim Spiel sitzt man seinem Spielpartner immer gegenüber, man bildet sozusagen eine Brücke", erklärt Vereins-Vizevorsitzende Margret Deroy den Namen des Kartenspiels. Die 70-Jährige kam vor zehn Jahren zu dem anspruchsvollen Spiel: "Ich bin gerne unter Leuten, will mich geistig fit halten und möchte auch im Alter interessante Kontakte knüpfen – eben nicht der typische Kaffeeklatsch", erzählt sie.
Lernen ist zeitaufwändig
Beim Jubiläumsturnier am Wochenende in der Kempener Deula stand der Sport klar im Vordergrund. "Das Erlernen von Bridge ist sehr zeitaufwändig. Bei jungen Leuten stehen ja Karriere und Familie eher im Vordergrund, so dass es viele ältere Bridgespieler gibt", sagt sie. Doch sei das eher ein deutsches Phänomen, denn in anderen Ländern habe Bridge einen größeren Stellenwert, wie am Rande des Turniers zu erfahren war. In Polen beispielsweise spielen auch viele junge Leute das Kartenspiel, und in Schweden können Schüler im Wahlpflichtbereich zwischen Musik, Kunst und Bridge wählen.
Spielen lernen
Anmeldung Wer Interesse an Bridge hat, meldet sich bei Pieter van der Eijk unter Ruf 02152/893149.
Spielort Gespielt wird mittwochs ab 19 Uhr und freitags ab 14.30 Uhr im Awo-Begegnungszentrum am Spülwall 15/16 in Kempen
Worum geht es bei diesem Spiel? Ziel ist es, die angesagte Stichzahl zu erreichen, und das mit französischen Karten, also 52 Blatt ohne Joker. Es gibt eine Maximalpunktzahl, von der gute Spieler 50 Prozent und mehr schaffen. In der Mittagspause konnten die Ergebnisse der drei Spielklassen auf Zetteln nachgelesen werden. Bridgeclub-Chef Pieter van der Eijk schaffte es demnach zusammen mit seinem Spielpartner Werner Olesch auf Platz Eins mit 74,19 Prozent oder anders ausgedrückt mit 293,8 von 396 möglichen Punkten.
Während des gesamten Turniers geht es für eine Sportveranstaltung sehr ruhig zu. Konzentration ist das oberste Gebot, Zwischenfragen sind unerwünscht, sie lenken nur ab. Einzige Chance: den einzelnen Spielern unauffällig über die Schulter schauen, sie beobachten. Turnierleiter Kurt Lang, selber ein erfahrender Bridge-Spieler, notierte alle Ergebnisse, koordinierte den Ablauf und führte durch den kurzweiligen Tag.
Mit 13 Karten auf der Hand beginnt das Spiel, das mehrere Stunden dauern kann. Neulingen mit Skat- und Doppelkopferfahrung bietet der Kempener Bridge-Club Lehrgänge an, an dem mindestens acht Leute teilnehmen sollten. Nach zehn Lehrstunden ist man fit fürs Turnier.
Geldpreise zu gewinnen
Apropos Turnier: "Ich bin richtig zufrieden, es war wunderbar und einmalig", resümierte Pieter van der Eijk nach dem Jubiläums-Spieltag. Er und sein Spielpartner hielten bis zum Ende in der Pik-Preisgeldgruppe den ersten Platz und teilten sich 200 Euro. Die Zweitplatzierten bekamen 140 Euro, die Dritten 100 Euro.
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