Kempen: Einer, der Weihnachten nicht nur feiern wird, ist der Schiefbahner Arzt Dr. Harald Hüsgen: Er hat heute, morgen und am 1. Weihna
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 23.12.2006Kempen (RPO). schiefbahn Es sind in der Regel plötzliche Rückenschmerzen (Hexenschuss), Ohren- oder Halsentzündungen, Nieren- und Gallenkoliken, akute Harnwegs-Erkrankungen oder plötzliches Fieber bei Kindern, mit denen sich der 46-jährige Allgemeinmediziner an den Feiertagen wohl beschäftigen wird. „Keine lebensbedrohlichen Erkrankungen, aber die Leute sagen, damit kann ich nicht leben“, weiß Dr. Harald Hüsgen aus langer Erfahrung. Denn wenn Menschen plötzlich krank werden oder Schmerzen haben, haben sie in Deutschland über ein flächendeckendes System die Möglichkeit, jederzeit Hilfe zu bekommen.
Bereitschaftsarzt
Der Bereitschaftsarzt sollte immer zuerst kontaktiert werden, rät Dr. Hüsgen. Er veranlasst gegebenenfalls die Einweisung ins Krankenhaus oder in eine Spezialklinik.
Im Willicher Katharinen-Hospital seien zwar Ärzte für die Patientenversorgung da, sie besetzen aber auch den Notarzt-Wagen und sind zeitweise unterwegs.
Auch „zwischen den Jahren“ hat der Bereitschaftsbereich Willich geregelt, dass täglich in jedem Ortsteil eine Arztpraxis geöffnet ist: In Willich die Praxis Randaxhe, in Anrath Dr.Mühmer, in Neersen Dr.Pelss, in Vorst Dr. Schmitz und in Schiefbahn die Praxen Wille-Stottrop und Dr. Kipp.
Die auskunftgebende Notrufzentrale: Telefon 0180 50 44 100.
Die Rettung ist der „ärztliche Bereitschaftsdienst“ – im Prinzip eine ganz normale Praxis mit wechselnder Besetzung, die dann öffnet, wenn die anderen Ärzte Feierabend haben. Diese Mediziner sind auch mitten in der Nacht ansprechbar, denn „mit dem subjektiven Empfinden der Patienten muss man großzügig umgehen“, so Hüsgen. Er betont aber auch: „Der Bereitschaftsdienst ist kein Notarzt!“
Der Kreis Viersen ist in mehrere Bereitschaftsbereiche eingeteilt, Hüsgen und seine Kollegen sind zuständig für die vier Willicher Ortsteile und Vorst. Wer gerade wo Dienst hat, verrät die Stimme auf dem Anrufbeantworter oder die Auskunft der Notrufzentrale unter der Nummer 0180 50 44 100. Der Schiefbahner Arzt ist einer derjenigen, die häufig Bereitschaftsdienste übernehmen, das liegt an seinem beruflichen Werdegang: Er war früher Notarzt im Bundeswehr-Zentralkrankenhaus, ist bei Rettungshubschrauber-Einsätzen mit geflogen und war mehrere Jahre leitender Notarzt im Kreis Viersen. Außerdem ist er Obmann des Bereitschaftsbereichs, koordiniert 52 beteiligte Ärzte, erstellt Dienstpläne und leitet alle Informationen an die Notrufzentrale weiter.
Das Schöne an der Arbeit sei, dass in der Regel sofort ein Erfolg sichtbar ist, wenn „ein Kind mit einem ausgekugelten Arm kommt und dann sagt, ich bin geheilt“, so Hüsgen. Andere Felder seien plötzliche Allergien, im Sommer Insektenstiche oder auch Tierbisse mit dem besonderen Risiko, wenn das Tier an Tollwut erkrankt sein könnte: „Ich habe schon Patienten Tollwut-Impfstoffe besorgt. Wenn man das nicht sofort behandelt, ist es tödlich“, erzählt Hüsgen. Der Bereitschaftsdienst sei „bedingt stressig, tagsüber ist gut zu tun, aber nachts kann man schlafen, manchmal eben mit Unterbrechung“, so Hüsgen. Allerdings: Es kommen wegen der zusätzlichen 10-Euro-Gebühr nicht mehr so viele Patienten zu den Bereitschaftsärzten. Er sieht die Lage zwiespältig: Einerseits weniger Arbeit für ihn, andererseits droht die Gefahr, dass Patienten Erkrankungen verschleppen. Die Reaktion der Patienten sei in der Regel freundlich, auch wenn manchmal Wartezeiten nicht zu umgehen seien: „Wir sind für einen großen Bereich zuständig.“
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