Kempen: Entspannung im September
VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 29.09.2006Kempen (RPO). Die positive Wirtschaftsentwicklung hat auch den Arbeitsmarkt erreicht. Die Erwerbslosenzahl im Kreis Viersen sank im September gegenüber dem Vorjahr um 682 auf 12 645, ein Rückgang um 5,1 Prozent. Die Kräftenachfrage steigt.
Zahlen in Kommunen
Die Agentur für Arbeit gab gestern auch die Arbeitslosenzahlen vom September in den einzelnen Kommunen an:
Brüggen 535
Grefrath 526
Kempen 1323
Nettetal 2005
Niederkrüchten 460
Schwalmtal 627
Tönisvorst 1033
Viersen 4451
Willich 1685
Kreis Viersen insgesamt 12 645
Stadt Krefeld 14 444
kreis viersen Eine zunehmende Entspannung stellte gestern Peter Ewert, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld-Kreis Viersen, fest: „Wir verzeichnen im September die niedrigste Arbeitslosenzahl seit der Einführung von Hartz IV im Januar 2005.“ Im Kreis Viersen, einschließlich Stadt Willich, sank die Erwerbslosenquote von 8,6 Prozent im August auf 8,3 im September. Im gesamten Bezirk mit Stadt Krefeld und Kreis Viersen lag sie mit 10,2 Prozent um 0,4 Punkte günstiger als vor einem Jahr und um 0,7 Punkte unter dem Landesdurchschnitt.
„Die anhaltend positive Stimmung in der Wirtschaft scheint nun den Arbeitsmarkt zu erreichen“, meinte Ewert zur aktuellen Monatsstatistik. Der September sei der „Monat der Wahrheit“ auf dem Arbeitsmarkt, denn saisonale Einflüsse würden keine Rolle spielen. Nachdem im August das Ferienende für einen deutlichen Rückgang bei den Erwerbslosenzahlen gesorgt habe, deute das gute September-Ergebnis auf positive wirtschaftliche Impulse hin. Die Belebung im Kreisgebiet fiel dabei stärker aus als in der Stadt Krefeld.
Beim Blick auf einzelne Gruppen zeigen sich allerdings auch negative Entwicklungen im Jahresvergleich. Nach wie vor ist der Anteil älterer Arbeitnehmer sehr hoch. Im Kreis Viersen waren im September 3325 50-Jährige und Ältere ohne Arbeit, nur zwölf weniger als vor einem Jahr. Ihr Anteil an allen Erwerbslosen verharrt bei 26,3 Prozent. Bei Schwerbehinderten sieht die Lage ähnlich schlecht aus – 644, ein Plus von 51, sind ohne Job. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (ein Jahr und länger ohne Stelle) sank zwar im Vergleich zum August um hundert auf 5122, aber gegenüber dem Vorjahr waren es 95 mehr. In Ein-Euro-Jobs waren 723 Frauen und Männer beschäftigt. Von der Konjunkturbelebung profitiert haben die jüngeren Leute unter 25 Jahren: Hundert weniger, nämlich 1272, waren im September ohne Arbeit.
Ein positives Signal gaben die Unternehmen: Ihre Nachfrage nach Kräften nahm im September deutlich zu. Im Kreisgebiet meldeten sie 539 Stellen, 45 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig wurden seit Jahresbeginn weniger Beschäftigte entlassen. Gesucht wurden vor allem Fachleute in Metallberufen, Elektriker und Montierer sowie Kräfte im Dienstleistungsbereich.
Der Geschäftstellen meldeten aus ihren Bezirken folgende Zahlen:
Geschäftsstelle Kempen: 4410 Arbeitslose (minus 120 gegenüber August), Quote 6,9 Prozent (August 7,3 Prozent /September 2005 7,2);
Nettetal: 3966 Arbeitslose (minus 33), Quote 8,3 Prozent (8,3/8,4);
Viersen: 8124 Arbeitslose (minus 354), Quote 10,1 (10,6/11,3).
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