Gemeinde Grefrath: Erster Volontär im Museum
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012Gemeinde Grefrath (RP). Das 1973 eröffnete Niederrheinische Freilichtmuseum in Grefrath hat nun erstmals einen Volontär. Der 30-jährige Kevin Gröwig aus Neukirchen-Vluyn lernt dort, wissenschaftliches Arbeiten in die Praxis umzusetzen.
Irgendwann einmal möchte Kevin Gröwig als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Museum arbeiten. Die Grundlagen legt er gerade im Niederrheinischen Freilichtmuseum des Kreises Viersen in Grefrath. Der 30-Jährige aus Neukirchen-Vluyn ist der erste Volontär des Museums. Er soll auch nicht der Letzte bleiben.
Am 1. Oktober hat der studierte Historiker, der im Nebenfach Volkskunde studierte, im Museum angefangen. Dort unterstützt er die Museumsleiterin Anke Wielebski. Und sie bringt dem Volontär bei, was man für eine berufliche Zukunft im Museum braucht: Inventarisieren, Ausstellungen vorbereiten, museumspädagogische Konzepte ausarbeiten und Ähnliches.
Freilichtmuseum
Öffnungszeiten 4. März bis 31. März, 10 bis 16 Uhr, 1. April bis 31. Oktober, 10 bis 18 Uhr, 1. November bis 25. November, 10 bis 16 Uhr
Preise Erwachsene 4,50, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder und Jugendliche (6 - 17 Jahre) 1,50 Euro, Familienkarte 9 Euro, Jahreskarte 15 Euro, Familienjahreskarte 25 Euro, Schulklassen 15 Euro
130 Bewerber auf eine Stelle
Das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen ist für Gröwig kein unbekanntes Terrain. Erstmals kam er im Herbst 2009 in die Dorenburg, als dort die Ausstellung "Die Zeit an goldener Kette" zu sehen war. Die Sonderausstellung, die die frühere stellvertretende Museumsleiterin Dr. Katharina Hüsers-Döhmen zusammengestellt hatte, zeigte Taschenuhren aus Privatbesitz. Seitdem war Gröwig mehrfach in dem Museum. Hier einmal zu arbeiten, konnte er sich immer gut vorstellen. "Ein Freilichtmuseum war immer meine Wunschstelle", sagt er. Im Oktober vergangenen Jahres schließlich erfüllte sich der Wunsch. Gröwig trat die erstmals ausgeschriebene Stelle eines Volontärs im Museum an, eine Stelle, auf die der Kreis als Träger des Museums rund 130 Bewerbungen erhalten hat, wie Anke Wielebski, die Leiterin des Museums, sagt.
An seinen ersten Museumsbesuch überhaupt kann sich Gröwig noch erinnern. Mit seiner Schulklasse – er war damals 13 Jahre alt – besuchte er den archäologischen Park in Xanten. "Es war das erste Mal, das ich Geschichte erlebt habe", sagt der 30-Jährige. Das Fach Geschichte interessierte ihn schon immer. "Wir hatten einen super Geschichtslehrer, der uns viel mit Quellen hat arbeiten lassen", sagt Gröwig. Nach dem Studium entschloss er sich, in Göttingen und Münster Geschichte und Volkskunde zu studieren.
Erste Erfahrungen beim Konzipieren von Ausstellungen sammelte Kevin Gröwig in Kevelaer im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte bei einer Ausstellung über die Maus. Dass sich der Fan von Musik und Kultur der 50er Jahre und begeisterte Boogie-Woogie-Tänzer auch auf die Betreuung von Besuchern bei Führungen versteht, hat er bei Job in Zoos in Krefeld und Gelsenkirchen gezeigt.
Dorthin zog ihn sein Faible für die Zoologie, das ihm schließlich auch half, ein Thema für seine Magisterarbeit zum Abschluss des Geschichtsstudiums zu finden. Darin befasste er sich mit mittelalterlichen Tierdarstellungen.
Die ersten Exponate, mit denen sich Kevin Gröwig in Grefrath befasste, waren die des Spielzeugmuseums. Seine erste Amtshandlung als Volontär war es, beim Einpacken der Ausstellungsstücke des Spielzeugmuseums zu helfen, das derzeit renoviert und im März wiedereröffnet wird. Und Spielfiguren werden es auch sein, denen der Volontär seine erste eigene Sonderausstellung widmen wird. Im Frühjahr wird sich in der Dorenburg alles um Action-Figuren drehen. Als Kevin Gröwig und Anke Wielebski im Magazin des Museums etwas suchten, fiel ihnen ein Paket mit Starwars-Figuren aus den 70er Jahren in die Hände. "Herr Gröwig staunte wie ein Kind im Spielwarenladen", sagt Anke Wielebski. Gröwig begann zu recherchieren und so war die Idee für seine erste eigene Ausstellung geboren, die zeigen möchte, dass hinter den Actionfiguren mehr steckt, als gemeinhin vermutet wird.
Mitte nächsten Jahres wird sich Gröwig auch nach einer neuen Stelle umsehen müssen. Denn dann geht sein zweijähriges Volontariat langsam zu Ende. Dann will er sich auf rar gesäte wissenschaftliche Mitarbeiterstellen in Museen bewerben. Die Grundlage, um dabei Erfolg zu haben, will er nun im Museum in Grefrath legen.
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