Kempen: Fusion: Sorge ums Ehrenamt
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 12.04.2008Kempen (RPO). Wegen der vom Bistum Aachen geplanten Fusion der drei Alt-Kempener Kirchengemeinden gibt es Montagabend ein Gespräch mit Vertretern der Pfarren und des Bistums. Vor allem Ehrenamtler haben Bedenken.
Joachim Krause engagiert sich ehrenamtlich in Christkönig. Er leitet dort Wortgottesdienste. Dass Bischof Heinrich Mussinghoff diese Gemeinde mit St. Josef und der Propsteipfarre St. Mariä Geburt zu einer Gemeinde zusammenlegen möchte, leuchtet dem 78-Jährigen nicht ein. Der pensionierte Gymnasiallehrer meint – entgegen der Ansicht des Bistums –, dass die drei Gemeinden unterschiedliche Lebensräume sind.
Verhandlungen beginnen
Eine Frage, die eine Rolle spielen wird bei den Verhandlungen zwischen den drei Alt-Kempener Gemeinden und dem Bistum. Montagabend gibt es ein erstes nicht-öffentliches Gespräch der Priester, Hauptamtler, Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatsvertreter mit Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter im Aachener Ordinariat.
Das möchte Aachen
Fusion der Gemeinden Mariä Geburt, St. Josef und Christkönig
Katholikenzahl Mariä Geburt ca. 5570, St. Josef ca. 4075, Christkönig ca. 3770
Kooperation Der Bischof will, dass die Kempener Gemeinden (inklusive St. Hubert) mit den Tönisvorster Pfarreien eine Gemeinschaft von Gemeinden bilden.
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Der wird vor allem erhebliche Bedenken auszuräumen haben. Wie die von Hubertine Thekook – sie leitet in Christkönig ehrenamtlich Beerdigungsgottesdienste. Die 74-Jährige fürchtet, dass bei einer Fusion das aus ihrer Sicht selbstständig arbeitende Ehrenamt Schaden nimmt. Sie plädiert dafür, das Moderatorenmodell in Christkönig einzuführen: Der Bischof beauftragt Ehren- und Hauptamtler, die Gemeinde zu leiten. Das setzt laut Kirchenrecht aber voraus, dass es einen Pfarrer gibt, der die Gemeindeleitung moderiert.
Rita Friedrichs, Vorsitzende des Kirchenchors in St. Josef, fürchtet, dass bei einer Fusion der drei Pfarreien „das Ehrenamt nicht mehr so zum Tragen kommt, wie es jetzt an St. Josef ist.“ Ihre Meinung bringt sie auf die knappe Formel: „Kooperation ja, Fusion nein.“ Hans Zanders aus Oedt ist Lektor und Sänger im Kirchenchor von St. Josef. Er fürchtet, dass bei einer Fusion der Gemeinden die Motivation der Ehrenamtler sinken wird, weil sie sich mit ihrer Gemeinde identifizieren. Enttäuscht ist er von Bischof Mussinghoff. den er mit der Landesvorsitzenden der Hessen-SPD, Andrea Ypsilanti, vergleicht, „die vorher auch anderes versprochen als sie nachher getan hat“. Hans-Jürgen Beulertz, Vize-Vorsitzender im Kirchenvorstand und Lektor in der Propsteigemeinde, beklagt: „In Aachen fehlt eine vernünftige Konzeption, die die Lage vor Ort berücksichtigt.“ Er begrüßt eine Fusion und fordert ein Ende des Kirchturmsdenken. Alle Pfarren trügen Verantwortung für Kempen. Unterschiedliche Mentalitäten seien aber zu beachten. Frage des Tages
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