Kempen: Fusionieren die drei Pfarrgemeinden?
VON THEA ELBERTZ - zuletzt aktualisiert: 04.03.2008Kempen (RPO). Der Diözesanpriesterrat in Aachen beschäftigt sich am morgigen Mittwoch nicht nur mit der Bildung einer Gemeinschaft von Gemeinden (GvG) in Kempen und Tönisvorst, sondern auch mit dem Thema Fusionen von Pfarrgemeinden.
Das bestätigte Bistumspressesprecher Franz Kretschmann. Nach Informationen der RP scheint eine Fusion der drei Kempener Pfarrgemeinden allerdings bereits beschlossene Sache sein.
Überrascht von einer möglichen Fusion zeigen sich die Vorsitzenden der drei Pfarrgemeinderäte. Davon hatten sie noch nichts gehört. Über dieses Thema sei im Bistum Aachen zwar geredet worden, meinte Karl Huintjes von Christ-König. Es sei dabei aber nie um eine konkrete Gemeinde gegangen. Für Dr. Ina Germes-Dohmen von St. Josef in Kamperlings wäre eine Fusion auch das falsche Mittel. Gemeinsame Arbeit könne nicht von oben aufgelastet werden, sondern müsse von unten kommen.
Darüber sei noch nicht nachgedacht worden, erklärte auch Amtskollege Johannes Leenen von St. Marien. Dann müsse erst in den Gremien überlegt werden, was unter Berücksichtigung der Gemeinschaft von Gemeinden zuerst zu ordnen sei. Propst Dr. Thomas Eicker von der Pfarrgemeinde St. Mariä Geburt war gestern leider nicht erreichbar.
Der Kempener Bürgermeister Karl Hensel würde eine Fusion indessen sehr begrüßen. Dann wäre die Situation von 1990 wieder hergestellt. Damals gab es die Propsteigemeinde und die beiden Vikarien St. Josef und Christ-König. Unter dem Aspekt des Priestermangels und der schwindenden Zahl an Kirchgänger sei das eine naheliegende Lösung – bevor im Zuge einer Gemeinschaft der Gemeinden eine größere Zusammenlegung folge. Man solle doch in einem ersten Schritt erst einmal in dem Raum bleiben, mit dem man sich identifiziere, meint Hensel. Schließlich hätten auch diese Gemeinden schon Probleme untereinander.
Allerdings, so der Bürgermeister weiter, „hält die Basis manche Fragestellung der Funktionsträger für künstlich hergestellt.“ Eine Fusion würde manches vereinfachen, auch in der Organisationsstruktur der Gemeinden. Bei einer Zusammenlegung dürfe es aber keinesfalls nach der Devise „Haben wir doch gewusst. . .“ Sieger und Verlierer geben. Die Drei sollten in einer vernünftigen Partnerschaft wieder zusammen finden, meint Bürgermeister Hensel.
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