Gemeinde Grefrath: Geblitzt an der L 39
VON JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Gemeinde Grefrath (RP). 40 Polizisten waren am Freitag im Kreis Viersen auf den Straßen, um ihren Beitrag zum landesweiten "Blitzmarathon" zu leisten. In Grefrath stoppten sie sieben Fahrer wegen überhöhten Tempos – erfreulich wenig.
Christof Lenzen hat einen Seat im Visier. Das Auto mit Viersener Kennzeichen scheint zu schnell zu sein und tatsächlich: Ein Blick durch das Laser-Messgerät der Viersener Polizei zeigt: Der Fahrer legt auf der auf 70 begrenzten Wankumer Landstraße (L 39) in Grefrath 86 Kilometer in der Stunde zurück. "Der ist zu schnell", ruft Polizeihauptkommissar Lenzen seinen Kollegen zu. Die haben noch mehrere Minuten Zeit, bevor sie den Wagen anhalten. Denn das eingesetzte Laser-Messgerät stellt den Geschwindigkeitsverstoß schon mehrere hundert Meter vor dem Kontrollpunkt fest.
An rund 1400 Stellen in ganz NRW ahndeten gestern Polizisten und Mitarbeiter der Ordnungsämter Geschwindigkeitsübertretungen. "Blitzmarathon" nennt die Polizei die Aktion, die noch bis heute Morgen andauert. Im Kreis Viersen waren etwa 40 Beamte im Einsatz. Eine der Kontrollstellen in Grefrath: die Einmündung der Mörtelstraße in die L 39. Die Kreuzung ist ein Unfallschwerpunkt, weiß Martin Gennert. "Die L 39 ist für die Auffahrenden sehr schwer einsehbar, deshalb wurde hier schon vor Jahren die Geschwindigkeit auf 70 begrenzt", erklärt er. Doch noch immer fahren viele zu schnell. Gennert und seine Kollegen kontrollieren dort häufig. Auch ohne "Blitzmarathon".
Tempo-Kontrollen
Die Geschwindigkeitskontrollen gehen weiter. In der kommenden Woche vom 13. bis 17. Februar wird die Polizei an folgenden vorgeplanten Stellen im Kreis das Tempo überwachen. Dazu gibt es spontan eingerichtete Messstellen
Montag Viersen, Gladbacher Straße nund Waldnieler Straße
Dienstag Schiefbahn L 382, A 52 Willich, L 384, Holterhöfe
Mittwoch Willich, Neusser Straße, Grefrath, L 39 Willich, Clörath, K 17
Freitag Kempen, Aldekerker Straße, St. Hubert, Vlyner Straße
Nachdem die Polizisten den Seat herausgewunken haben, wird der Fahrer über sein Vergehen aufgeklärt. Er zeigt Verständnis: "Ich bemühe mich normalerweise, nicht zu schnell zu fahren, manchmal passiert es aber doch", sagt er und zahlt umgehend das Verwarngeld von 20 Euro.
Von der NRW-weiten Aktion wusste der Grefrather vorher nichts – gehört damit aber zu einer Minderheit. Denn nicht nur über die Aktion wurde schon im Vorfeld berichtet, selbst die Stellen, an denen geblitzt wird, hatte die Polizei bekannt gegeben. Denn es sollte nicht darum gehen, viele Knöllchen zu verteilen. "Unser Ziel ist es, das Geschwindigkeitsniveau auf den Straßen des Kreisgebietes zu senken", erklärt Antje Heymanns, Sprecherin der Kreispolizei Viersen. Mit nur sieben Rasern an der Mörtelstraße – ein Knöllchen ging an einen Taxifahrer, ein anderes an einen Lkw-Lenker – sind die Beamten sehr zufrieden. "Wir merken, dass alle etwas langsamer fahren", sagt Polizeihauptkommissar Gennert. "Die Wirkung ist gut."
Den ein oder anderen störte die vorsichtige Fahrweise der anderen aber auch. Ein Neusser Mercedes-Fahrer war zwar nicht zu schnell unterwegs, musste aber trotzdem angehalten werden. Er hatte direkt vor der Kontrollstelle einen anderen Wagen überholt – und dabei verbotenerweise einen Linksabbieger-Streifen zur Hilfe genommen. "Der andere fuhr etwa 50", sagte er. "Ich hatte von der Aktion gehört und deshalb extra auf die Geschwindigkeit geachtet." Ein Verwarngeld von 30 Euro musste er trotzdem zahlen. Frage des Tages
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