Kempen: Gelebte Integration
VON TOBIAS NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010Kempen (RPO). Mit einem fröhlichen Sommerfest feierte das "Haus Drabben am Zanger" der Lebenshilfe Viersen sein 25-jähriges Bestehen. Bewohner, Mitarbeiter und viele St. Huberter kamen zusammen.
ST. HUBERT "Am Anfang war das Haus Drabben nicht unumstritten", erinnert sich Volker Fritz, Einrichtungsleiter seit 1995 und seit 23 Jahren bei der Lebenshilfe beschäftigt, an die Mitte der 1980er-Jahre. "Was kommt da auf uns zu", wollten damals die St. Huberter wissen. Heute ist das Haus, sind die Bewohner voll in die Gemeinschaft integriert, was der Sozialpädagoge Volker Fritz bestätigt. Was vor 25 Jahren neu war, ist heute normal.
Selbstbestimmtheits-Prinzip
Behinderte Menschen in die Gesellschaft integrieren, das ist ein Ziel von Haus Drabben. Ursprünglich sollte geistig Behinderten, die nicht mehr in ihrem Familienverband leben können, ein neues, gemeinsames Zuhause gegeben werden. Das behindertengerechte Wohnkonzept richtete sich nach den Bedürfnissen der Bewohner. "Wir arbeiten nach dem Selbstbestimmtheits-Prinzip", sagt Volker Fritz. Vor 25 Jahren wurden den Behinderten Aufgaben zugewiesen. Heute bestimmen die Fähigkeiten des Einzelnen die Aktivitäten.
44 Bewohner
Das Haus Haus Drabben am Zanger an der Aldekerker Straße 12 ist eine teilstationäre Einrichtung der Lebenshilfe im Kreis Viersen und existiert seit 25 Jahren.
Bewohner Zur Zeit hat das Haus 44 Bewohner, die in fünf Gruppen unterteilt zusammen wohnen. 60 Mitarbeiter kümmern sich um sie.
Zukunft Ein weiteres Haus für Betreutes Wohnen mit zwölf Wohneinheiten (Einzelzimmer) soll angrenzend entstehen.
Die zehn Rentner unter den Bewohnern sind fest in den Tagesablauf des Hauses integriert. Ihre Aufgaben umfassen Küchendienst, Wäsche waschen und andere alltägliche Dinge. Die anderen arbeiten beispielsweise beim Heilpädagogischen Zentrum. "Durch die persönliche Aufgabenzuweisung wird nicht zuletzt das Personal entlastet", nennt Volker Fritz einen Vorteil des "neuen", modernen Ansatzes vom Betreuten Wohnen. Er weiß: "Unsere Bewohner sind erstaunlich selbstständig und übernehmen allerhand Verantwortung."
Beim Sommerfest wurde deutlich, dass ganz St. Hubert geschlossen und selbstverständlich hinter dem Haus Drabben steht. Viele Vereine brachten sich mit ein. "Der Ort macht mit für die Bewohner", fasste es Volker Fritz zusammen. Es wurde nicht nur geguckt, sondern auch fleißig mitgemacht. Gelegenheit gab es dazu genug: Die Kleine Werkstatt aus Vorst präsentierte selbstgemachtes Handwerk, und Madita Hützen leitete die Malaktion "So sehe ich meine Welt", ein sinnliches Kreativangebot in bunten Farben. Sonja Landwehrs verkaufte Waschmittel: "Vom Erlös wollen wir für die Wohngruppe Vier einen Couchtisch kaufen." Das "Waschen für den guten Zweck" kam bei den Besuchern an, ebenso wie die Bastelaktion des evangelischen Fördervereins "rabenstark": Dort entstanden jahreszeitlich passend Windräder.
Extra schick gemacht
Der Kinder- und Jugendverein (KjG) der Katholischen Gemeinde lud zum Entenangeln ein, während das St. Huberter Fanfarencorps aufspielte. Auch Bewohner Günter Sommer, der sich fürs Fest mit Sakko und Krawatte extra schick gemacht hatte, gefiel es: "Heute treffe ich viele Freunde", verriet er.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



