Kempen: Goldmedaille hilft glänzend
VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 13.09.2006Kempen (RPO). Die Geschichte des Kinder- und Jugendheims St. Annenhof begann 1889: 16 Jungen und Mädchen zogen in das „Katholische Pfarrwaisenhaus“ im von-Nievenheimschen-Haus ein. Es schmückt die neue Schwester-Ina-Medaille.
Schwester-Ina-Medaille
Die limitierte vierte Schwester-Ina-Medaille ist für 50 Euro in der Sparkasse an der Orsaystraße in Kempen, im Annenhof, Oelstraße 9 oder im Propsteipfarramt, Judenstraße 14 erhältlich. Auch die früheren drei Medaillen sind noch zu kaufen.
Auskünfte im Annenhof, Telefon 0 21 52/140 830.
Spendenkonto der Schwester-Ina-Stiftung: Volksbank Kempen-Grefrath, BLZ 320 614 14, Konto-Nr. 703 493 017 oder Sparkasse Krefeld, BLZ 320 500 00, Konto-Nr. 39 040.
Damals zahlte die Stadt Kempen pro Kind und Jahr 180 Mark, also rund 50 Pfennig pro Tag. Heute übernimmt das Kreisjugendamt die Kosten für die fachkundige Betreuung der Kinder und Jugendlichen, darunter kaum noch Waisen. Sie kommen vielmehr aus schwierigen sozialen und familiären Verhältnissen, werden von 40 pädagogischen und zehn hauswirtschaftlichen Kräften rund um die Uhr betreut und in ein selbstständiges Leben geführt.
Mit 67 Betreuten vom Säugling bis zum 18-Jährigen in acht Gruppen ist der St. Annenhof derzeit sogar überbelegt, erzählt Leiterin Schwester Ludgerie. Umso dankbarer sind sie, Propst Dr. Thomas Eicker und Vizebürgermeister Karl-Heinz Hermans, dass die private Schwester-Ina-Stiftung eines Kempener Ehepaars einiges Geld beisteuert. Der ungenannt bleiben wollende Stifter war (wie übrigens auch Hermans) bei Schwester Ina im 2002 geschlossenen Kindergarten Annenhof und hat sie sehr verehrt. Nach dieser fürsorglichen, bescheidenen Ordensfrau (1895- 1980) von den Schwestern Unserer Lieben Frau (Mülhausen) ist die Stiftung aus dem Privatvermögen des Kempeners benannt.
Hilfe für den Annenhof
Ihr Bild und das von-Nievenheimsche-Haus an der Oelstraße zeigt die neue, inzwischen vierte Medaille. Die limitierte, vergoldete Münze wird für 50 Euro verkauft, das Geld kommt zum Teil der Arbeit des Annenhofs zugute. So wurden im Keller ein Musikübungsraum eingerichtet, Instrumente wie Schlagzeug, Gitarren, Keyboard angeschafft, freut sich Schwester Ludgerie. Außerdem erlaubt das Geld, den Kindern Zuschüsse für Klassenfahrten oder für den jährlich 14-tägigen Urlaub in Belgien, Holland oder Polen zu geben.
„Ein anderer Teil fließt in das Stiftungsvermögen, damit sich die Stiftung selbst und unabhängig tragen kann,“ erläuterte gestern Propst Eicker, dessen Pfarrgemeinde St. Mariä Geburt die Einrichtung trägt. „Wir gehen finanziell ja nicht nur besseren Zeiten entgegen.“
Und die Aufgaben sind gewachsen. Heute unterhält der Annenhof unter anderem drei familienähnliche Gruppen mit je neun Plätzen, dazu zwei sozialpädagogische Diagnosegruppen, in denen geprüft wird, ob die Kinder bei einem Elternteil bleiben können oder in Pflegefamilien oder ins Heim wechseln. In einer Tagesgruppe werden Kinder in ihrem Sozialverhalten, in ihren schulischen Leistungen und in einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung gefördert. Im Haus Nievenheim wohnt eine „Verselbstständigungsgruppe“: Hier lernen zur Zeit zwölf Junge Leute in drei Schritten, auf eigenen Füßen zu stehen und in einer eigenen Wohnung zu leben. Eine flexible, ambulante Erziehungshilfe hat sich in den letzten zwei Jahren gut entwickelt.
50 Pfennig pro Tag und Kind reichen reichen für diese Aufgaben schon lange nicht mehr aus. . .
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