Kempen: Großfackeln zu sperrig
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 15.12.2007Kempen (RPO). Der Kempener Martinsverein hat einen neuen armen Mann für die Bettlerszene gefunden: Nach dem Ausscheiden von Heiner Wirtz übernimmt Stadtsprecher Christoph Dellmans die Aufgabe. Viel Lob gab es für beide Martinszüge.
Auf eigene Dankesworte verzichtete der Vorsitzende Karl-Heinz Hermans am Donnerstagabend bei der Abschlussversammlung zum Martinszug 2007. Vielmehr zitierte er aus einem Dankesbrief des Fördervereins vom Kindergarten Spatzennest. Begeistert waren die Kinder vom Burg-Feuerwerk beim großen Zug, Hermans schloss sich mit einem Dank an die Schüler und Schulen an, die den großen Zug mit ihren selbst gebastelten Fackeln so schön gemacht hätten. Besonders freute er sich, dass Propst Dr. Thomas Eicker diesmal den Ritt des St. Martin von der Propsteikirche zum Zugbeginn am Heyerdrink mit vollem Glockengeläut begleitete. Das soll auch in kommenden Jahren so bleiben, habe der Propst versprochen, so Hermans. Kurz und bündig zog Geschäftsführer Christoph Endres eine Bilanz des Kindergartenzugs am 9. November: „Er ist fast so schön wie der große.“
Gedicht für Blo-ese
Autor Für die neuen Bloe-se hat Karl-Heinz Hermans traditionsgemäß einen Spruch gefunden: Spruch Op groate Scholl – op Kengergard,/ Zent Märte stont se all parat/ on drage wie en Leetermeer bongte Fackeln vür sech her,/ en groate Bloas davuer als Dank/ vergetzte nie en Leave lang/ noch op van dag mäkt et dech riek,/ denkst jeer terück – de Kengertiet.
Mit Bedauern stellte Hermans fest: „Der arme Mann hat uns die Kündigung eingereicht.“ Heiner Wirtz hatte schon bei der vorbereitenden Versammlung im Oktober angekündigt, seinen Auftritt in der Bettlerszene beenden zu wollen. Aber Hermans konnte die Versammlung mit der guten Nachricht erfreuen, dass bereits ein Nachfolger gefunden wurde. Künftig schlüpft der städtische Pressesprecher Christoph Dellmans in die Rolle des armen Mannes. „Ich arbeite bei der Stadt, da sind wir zur Armut verpflichtet“ bedankte sich Dellmans für die Aufgabe und hoffte, sie „viele, viele Jahre würdevoll“ in der Nachfolge von Wirtz ausüben zu können.
Die Haussammlung ergab ein Plus von 2,3 Prozent, berichtete Kassenwart Rainer Hamm. Da diese Steigerung vor allem aus den Bezirken am Industriering kommt, sei der wirtschaftliche Aufschwung offensichtlich in Kempen angekommen.
Peter Royen, Leiter der Fackelprämierungskommission, regte an, die Prämien leicht zu erhöhen. Die Versammlung stimmte zu. Insgesamt 12 600 Euro werden so als Prämien in Höhe von 120 Euro (bisher 100) und 140 Euro (120) ausgeschüttet. Hinzu kommen 4600 Euro, die die Kindergärten für ihre selbst gebastelten Fackeln erhalten. Diskutiert wurde über die Großfackeln im Zug. Die Sperrigkeit der Fackeln, aber auch dass immer mehrere Schüler zum Tragen benötigt werden, die sich abwechseln und dadurch dunkle Lücken im Zug entstehen lassen, bemängelte die Kommission.
Eigentlich hatte Hermans einmal angekündigt, nicht mehr für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Aber nun, wo in zwei Jahren das 125. Jubiläum des Martinvereins ansteht, wollte der agile 78-Jährige doch noch einmal antreten. Der gesamte Vorstand wurde einstimmig im Amt bestätigt.
Am Schluss waren noch Ehrungen zu verkünden: Für 30 Jahre ehrenamtliche Sammlertätigkeit erhalten Johannes Reimann und Reinhard Ulbrich eine Urkunde, 40 Jahre ist Matthias Schenk dabei.
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