Kempen: Gutes Klima ist Pflicht
VON TOBIAS NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 02.06.2008Kempen (RPO). Seit 25 Jahren baut die Kempener Firma SEW Systeme zur Wärmerückgewinnung. Zum Firmenjubiläum kamen hochrangige Vertreter aus Verbänden und der Wirtschaft und gratulierten dem Erfolgsunternehmen.
Das muss man Heinz Schilling (69) erst einmal nachmachen. Vor genau 25 Jahren gründete der Heizungs- und Lüftungsingenieur zusammen mit seinem Sohn und jetzigen Juniorchef Michael Schilling die Firma SEW Systemtechnik für Energierecycling und Wärmeflussbegrenzung am Kempener Industriering Ost, die mittlerweile 65 Arbeitnehmer auf 6500 Quadratmetern beschäftigt und im Jahr 2006 einen Umsatz von etwa acht Millionen Euro erwirtschaftete. „Die letzten 25 Jahre waren eine anstrengende Zeit“, resümiert Heinz Schilling, der für seine Arbeit lebt und mit dem Prinzip des Energierecyclings seit 1983 am Puls der Zeit ist.
Bundesweit
Die Wärmeaustauscher der Firma SEW finden sich bundesweit an teils prominenter Stelle, beispielsweise im Bundeskanzleramt, in der Düsseldorfer Tonhalle, der RWTH Aachen, dem DFB in Frankfurt, der Westfalenhalle Dortmund, zahlreichen Hotels, Flughäfen, Hochhäusern und Banken.
Doch wie funktioniert solch eine Rückgewinnungsanlage? „Das ist schnell erklärt“, sagt der kaufmännische Leiter des Hauses, Rainer Janßen, und führt durch die Werkstatt. Vor allem Krankenhäuser, Büro- und Industriegebäude profitieren von den sogenannten Wärmeaustauschern, die Geld sparen und die Umwelt schonen. Die warme Abluft wird durch einen Wasserkreislauf weiterverwertet und der noch kalten Frischluft von draußen wieder zugeführt, so dass ein Wärmekreislauf entsteht. Bis zu 80 Prozent der Energie kann auf diesem Wege zurückgewonnen werden, eine permanente Mehrnutzung ist die Folge. „Nach zwei Jahren kann sich das schon amortisiert haben“, erklärt Janßen.
Für den Privathaushalt lohnt sich die Anschaffung jedoch nicht, die Systeme kosten mindestens 20 000 Euro. Zahlreiche interessierte Gäste, darunter auch Kunden und andere Geschäftsleute, nutzten den Tag der offenen Tür zu einem informativen Rundgang von der Ausstellung bis zur Produktion.
Bereits am Abend vorher feierten die SEWler zusammen mit 250 geladenen Gästen ein rauschendes Fest, bei dem sich auch die Prominenz die Klinke in die Hand gab. Ehrengast war Professor und SPD-Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker, der Neffe des ehemaligen Bundespräsidenten, der für seinen Gastvortrag über hocheffiziente Energieeinsparung durch multifunktionale Rückgewinnungstechnik extra aus Kalifornien angereist war. Aber auch der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer (CDU), Kempens Bürgermeister Karl Hensel, Landrat Peter Ottmann sowie Vertreter der IHK schmückten das silberne Firmenjubiläum mit warmen Worten gebührend. Durch den Abend führte der Krefelder Kabarettist Jochen Butz, für musikalische und kulinarische Untermalung war ebenfalls bestens gesorgt. Alle stießen auf weitere 25 erfolgreiche Jahre an.
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