Kempen: Handwerkermarkt mit Anlaufschwierigkeiten
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 09.10.2006Kempen (RPO). Nach den Regengüssen war das Wochenende gerettet – und die Besucher des Handwerkermarktes konnten wieder vielen verschiedenen Ausstellern mit Arbeitstechniken der vergangenen Jahrhunderte über die Schulter gucken.
Der Werbering Kempen und die Duisburger Firma Gaudium hatten auch in diesem Jahr eine abwechslungsreiche Mischung aus traditionellen und modernen Kunsthandwerkern auf dem Buttermarkt und bis zum Kuhtor verteilt. Schon früh fand zum Beispiel ein Puppenkinderwagen aus Holz begeisterte Großeltern. Tischler Rainer Prystaw, der an seinem Stand direkt weiter produzierte, erklärte ihnen: „Der ist tadellos, er rollt auch schön geräuschlos, denn da sind Gummireifen dran“ – und spätestens dabei werden die Eltern des zu beschenkenden Kindes wohl einen Erleichterungsseufzer ausstoßen.
Aber es ging nicht nur um die ersten Weihnachtseinkäufe: polierte Holzschalen, ein Korbflechter, praktische Holzkochlöffel oder Nudelhölzer und Schmuckstände von orientalisch bis modern zogen viel Interesse auf sich. Am Präge- und Gravurstand von Uwe Wybierala bekamen die Zuschauer gleich erklärt, was er nicht prägen dürfe: „Keine Münze, die in einen Automaten passt oder Münzen mit einem Stadtwappen.“
Organisator Werbering
Der Historische Handwerkermarkt in der Kempener Innenstadt ist eine von mehreren Veranstaltungen des Werberings Kempen für Kunden und auswärtige Besucher. Die nächsten sind die traditionellen Weihnachtsmärkte an den ersten drei Adventssonntagen.
Auch die Mode kam auf dem Markt nicht zu kurz: An einem Stand mit handgefertigten Hüten wurden nicht nur die Damen schwach, sondern auch die Herren setzten die Modelle – zugegebenermaßen dezenter als die Damen – gerne vor dem Spiegel auf. Barbara Hambloch aus Fischeln bot eine kuschelige Alternative zu den anstehenden kalten und dunklen Wintertagen: Sie zeigte, wie aus dem Hobby Filzen farbenfrohe Jacken und Mützen werden.
Werbering-Vorsitzender Reinhard Stein war auch in diesem Jahr sehr zufrieden: „Das hat sich bewährt, auch wenn am Samstagmorgen das Wetter noch nicht ganz so toll war. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass der Markt von den Kunden gern angenommen wird.“ Und der wurde dann am Sonntag mit den offenen Geschäften des Kempener Einzelhandels kombiniert, und am Sonntag kamen bei oft strahlendem Sonnenschein deutlich mehr Besucher als am Samstag.
Wer von dem vielen Schauen so richtig Hunger bekommen hatte, der fand auf dem Buttermarkt nahrhafte Handwerkskunst: Schmachtlappen, Furzlaib und Kräuterklotz des mittelalterlichen Bäckers ergänzten sich mit frisch geräucherter Wurst – wem das dann alles zu schwer im Magen lag, der konnte mit Bier oder Feengold und Koboldfeuer des mittelalterlichen Schnaps-Verkäufers etwas gegen den Durst tun.
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