Kempen: Hausmeister Kalle
VON SARAH DICKMANN - zuletzt aktualisiert: 16.02.2007Kempen (RPO). Möhnen sorgten gestern für Stimmung im Kempener Rathausfoyer. Sie piesackten Bürgermeister und Beigeordnete, sangen und schunkelten mit Piraten und Clowns, und auch das Prinzenpaar schaute vorbei.
Sturm auf das Rathaus
Am Tulpensonntag übernehmen die Karnevalisten erneut das Kommando über das Rathaus. Gegen 14.30 Uhr wird unter dem Motto „Himmlisches Kempen“ der Olymp gestürmt, um die Obergötter Zeus (Bürgermeister Karl Hensel) und Herkules (Vize-Bürgermeister Karl-Heinz Hermans) ihrer Macht zu berauben.
Zwischen den Attacken wird das Publikum einbezogen. Es folgt ein närrisches Programm auf dem Buttermarkt. Die „3 Fruende“ sorgen für Stimmung, zudem kündigte Stadtsprecher Christoph Dellmans eine Überraschung an.
Angstschweiß perlt auf seiner Stirn. Schließlich bekommt Karl Hensel es in wenigen Minuten gleich mit elf wilden Weibern auf einmal zutun. „Naja, den Schmerz um meine Krawatte werde ich verkraften“, verrät der Bürgermeister. Ein breites Streifenmuster ziert das Modell aus den 70er Jahren, „habe ich extra für solche Anlässe im Schrank“, erklärt Hensel, bevor er von den Damen in die Zange genommen wird. Johlend und kreischend übernehmen die Möhnen in wallenden Röcken und mit wahrhaft schaurigen Masken das Kommando im Foyer des Kempener Rathauses. Sie geleiten den Bürgermeister auf die Bühne und schnipp-schnapp, ist der Schlips ab.
Allein leiden musste Karl Hensel gestern Vormittag allerdings nicht. Auch die Kempener Beigeordneten Volker Rübo und Hans Ferber bekamen ihr Fett weg. „Euch wollen wir heute mal richtig unsere Meinung sagen“, kündigt die Obermöhne, im wirklichen Leben Andrea Messer vom Haupt- und Personalamt, an. Gesagt, getan: Nachdem der Bürgermeister im Hausmeisterkittel einen Nagel in ein Brett geschlagen hat, stellt Volker Rübo seine sportliche Fitness unter Beweis. „Und dann die Hände zum Himmel“, schallt es durch die Lautsprecher, und der Beigeordnete im Sportdress stemmt im Takt Gewichte. Sein Kollege hingegen entfesselt als Feuerwehrmann eine wahre Wasserschlacht. Andrea Messer drückt Ferber eine Wasserpistole in die Hand, mit der er durchaus umzugehen versteht. „Seht euch mal die Führungsspitze an, was man mit denen alles machen kann“, loben die Möhnen im Chor, und Hensel gibt das Kompliment zurück: „Ihr wart mal wieder spitze!“
Dicht gedrängt stehen Piraten und Clowns, Ärzte und Indianer, Haremsdamen und Hippies vor der kleinen Bühne, und noch immer wird es minütlich voller im Rathausfoyer. Denn nicht nur die Möhnen und die Mitarbeiter der Verwaltung sind da, sondern auch die Prinzengarde samt Prinzenpaar. Unter vielstimmigen „Helau“-Rufen geht es durch den Saal, dann grüßen Ihre Lieblichkeit Karin I. und Seine Tollität Theo I. durchs Mikro ihr Narrenvolk. Nach „Happy Birthday“ für den KKV-Präsidenten Heinz Börsch, der am Dienstag 59 Jahre alt geworden ist, gibt Discjockey Manfred Bolenz noch einmal alles: Zu „Viva Colonia“ und „Rot sind die Rosen“ wird gesungen, geschunkelt und gelacht.
„Die Stimmung ist total super, und es ist einfach nett, mit den Kollegen zu feiern“, findet Ruth Hasse, die im Rathaus als Reinigungskraft arbeitet und sich zusammen mit Marianne Opschroef und Marlies Tönges als Rentier verkleidet hat. Auch Prinzessin Karin Balters-Bring zeigt sich begeistert vom Altweibersturm auf das Rathaus: „Wir haben im Karneval schon viele schöne Dinge erlebt, und das hier gehört mit Sicherheit zu den schönsten.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



