Kempen: Herde ohne Hirt, aber durchaus nicht hilflos
zuletzt aktualisiert: 15.08.2007Kempen (RPO). Eine Herde ohne Hirt: Die Vakanz in der Gemeinde St. Josef in Kamperlings war wichtigstes Thema im Pfarrgemeinderat am Montagabend. Nach dem Weggang von Pfarrer Werner Rombach Anfang Juni und einer achtwöchigen Urlaubsvertretung durch zwei indische Patres steht nun de facto eine Gemeinde mit rund 5000 Mitgliedern ohne Priester da. In einer ähnlichen Lage befindet sich auch die Gemeinde Christ-König. Zwar hat das Bistum Aachen Regionaldekan Alexander Schweikert in der Übergangszeit zum Pfarradministrator bestimmt. Es stand jedoch von Anfang an fest, dass er wegen seiner Verpflichtungen als Dekan und als Pfarrer in Niederkrüchten kaum in Kempen sein kann.
Eine schwere Verantwortung bedeutet dies für alle in verantwortlicher Position eingebundene Laien in der Gemeindearbeit, vor allem für die Vorsitzenden der beiden Pfarrgemeinderäte, Ina Germes-Dohmen (St. Josef) und Kurt Huintjes (Christ-König). Etwas Positives hatte Germes-Dohmen zu vermelden: In Gesprächen vor den Ferien haben die beiden Kempener Pfarrer Dr. Thomas Eicker (St. Mariä Geburt) und Peró Stanusic (St. Hubertus) den verwaisten Gemeinden ihre Unterstützung zugesagt.
Mit Hilfe der Personalabteilung des Bistums konnte ein vorläufiger Vetretungsplan erstellt werden, der eine gewohnte Abfolge der Gottesdienste in St. Josef in den nächsten Wochen sicherstellt. An den Wochenenden findet jeweils am Samstag um 18.30 Uhr und am Sonntag um 11.15 Uhr die Messe statt. An jedem zweiten Sonntag im Monat hält ein Mitglied des Liturgieauschusses die Predigt, am dritten Sonntag im Monat gibt es eine Kinder- und Familienmesse. Auch die Wochentagsmessen werden zunächst wie gewohnt gefeiert. Als besonders wichtig wurde erachtet, Taufen und Beerdigungsmessen in St. Josef zu belassen. Als logistischer Drahtseilakt stellt sich jedoch gerade die priesterliche Präsenz bei den Sonntagsmessen dar. Angemahnt wurde daher eine endgültige Vertretungsregelung seitens des Bistums: „Da müssen wir dringend Tacheles reden“, so Germes-Dohmen. Sie appellierte an die Gemeindemitglieder: „Es ist wichtig, dass wir gerade jetzt zusammenhalten.“ Das nächste Gespräch mit den Vertretern aller Kempener Pfarreien und des Bistums ist am 21. August.
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