Stadt Kempen: Hilfe für die DRK-Retter
VON JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 28.02.2012Stadt Kempen (RP). Der Kempener Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes braucht Unterstützer. Zwar gibt es ausreichend Freiwillige, die in ihrer Freizeit helfen, doch immer weniger Fördermitglieder sind bereit, regelmäßig Geld zu spenden.
Sie sind diejenigen, die beim Weihnachtsmarkt frieren, während andere mit einem Glühwein in der Hand nach Geschenken Ausschau halten. Diejenigen, die bei einer Karnevalsfeier nüchtern bleiben, um sich im Notfall um Verletzte kümmern zu können: Die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes helfen bei Großveranstaltungen, sie organisieren Blutspendetermine – und die meisten von ihnen tun das ehrenamtlich.
Trotzdem braucht auch das Deutsche Rote Kreuz Geld für Ausrüstung, Fahrzeuge und Ausbildung. Und dieses Geld kommt zum größten Teil von den Fördermitgliedern, die mit monatlichen oder jährlichen Mitgliedsbeiträgen für laufendes Einkommen sorgen.
Zahlen
Im Kreisgebiet Viersen sind rund 600 DRK-Helfer ehrenamtlich tätig. Ihre Arbeit wird finanziert von rund 10 000 Fördermitgliedern. Eine übliche Summe, die Fördermitglieder zahlen, sind fünf Euro im Monat – jeder kann aber, je nach eigenen Einkommen, die Summe festsetzen.
In Kempen gibt es zurzeit 931 Fördermitglieder. Die Zahl soll auf mehr als 1000, im Idealfall auf 1100 Mitglieder gesteigert werden.
Wichtig: Vernünftige Ausrüstung
Gegen die seit Jahren rückläufigen Mitgliederzahlen versucht das Deutsche Rote Kreuz jetzt, mit einer konzentrierten Werbeaktion an die Haustüren in Kempen anzukämpfen. Knapp 1700 Fördermitglieder hatte der Kempener Verband im Jahr 1995, mittlerweile zahlen weniger als 1000 Menschen regelmäßig einen Betrag ans DRK. Hans Ferber, Vorsitzender des Ortsvereins Kempen: "Wir haben sehr viele ehrenamtliche Helfer – aber wir brauchen dringend Geld." Wenn die Mitgliederzahlen weiter zurückgehen, könnten die beiden Ortsgruppen in St. Hubert und Alt-Kempen kaum noch ihre Aufgaben erfüllen.
Die Werbeaktion, bei der nicht Geld gesammelt, sondern langfristig Förderer gewonnen werden sollen, wird in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Viersen durchgeführt. "Wir allein sind nicht in der Lage, eine solche Aktion zu organisieren", sagt Ferber. Seit gestern sind die DRK-Mitglieder Roman und Theresa Sander, Hans-Dieter Janßen, Hans Zimmermann, Wolfgang Brawitz und Robert Arlt in Kempen unterwegs. Sie haben seit Juni des vergangenen Jahres schon in vielen anderen Gemeinden um Fördermitglieder geworben und einige Erfahrung damit.
Damit sie von den Kempenern eindeutig erkannt werden, tragen sie ihre DRK-Kleidung und haben ihren Dienstausweis dabei. Wer unsicher ist, sollte sich nicht scheuen, nach diesem Ausweis zu fragen. Außerdem werden die DRK-Mitglieder nicht direkt um Geld-Spenden bitten. "Unsere Mitarbeiter nehmen keine Bargeld-Spenden an, das dürfen sie gar nicht", erklärt Detlef Blank, Kreisgeschäftsführer des DRK. Stattdessen werden sie die Arbeit des DRK vorstellen: Während die Ortsgruppe Alt-Kempen vor allem bei Veranstaltungen als Sanitätsdienst unterwegs ist, sind die St.-Huberter für ihre großen Blutspendeaktionen bekannt. Die DRK-Helfer, die jetzt in Kempen unterwegs sind, werden für eine Fördermitgliedschaft werben. Ehrenamtliche, die bereit sind, ihre Freizeit zu opfern, findet der Verband meist genug. "Aber wir finden, wenn sich diese Menschen engagieren, dann sollten sie auch vernünftig ausgerüstet sein", sagt Hans Ferber.
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