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Stadt Kempen: Im Krug fand sich kein Schatz

VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012

Stadt Kempen (RP). Es war eine Überraschung, als bei den Vorarbeiten zum Abriss des Kreishauses historische Funde zu Tage traten. Grabungsleiter Dr. Hajo Heinrich berichtete am Sonntagmorgen über die archäologischen Arbeiten dort.

Der Archäologe Dr. Hajo Heinrich stellte in der Paterskirche die Grabungen auf dem Vorplatz des Kulturforums vor und zeigte den Besuchern einige Fundstücke wie diesen Krug.  Foto:  Hüskes
Der Archäologe Dr. Hajo Heinrich stellte in der Paterskirche die Grabungen auf dem Vorplatz des Kulturforums vor und zeigte den Besuchern einige Fundstücke wie diesen Krug. Foto: Hüskes

Viele Kempner sind in den vergangen Monaten immer wieder an der Ausgrabungsstelle am alten Kreishaus stehen geblieben und haben den Fortgang beobachtet. Grund genug für den Geschichts- und Museumsverein gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule zu einem Vortrag über die Grabungen einzuladen. Die gut gefüllten Stuhlreihen in der Paterskirche zeigten nochmals das Interesse der Bevölkerung.

Krug aus dem Hessensturm

Grabungsleiter Dr. Hajo Heinrich fasste seine Arbeit in fünf ständig wiederkehrende Fragen zusammen: Was die Archäologen eigentlich in Kempen täten, ob sie schon etwas gefunden hätten, was die Arbeite für Kempen bedeuteten, was bedeuteten die Arbeiten für den Archäologen und ob das Grabungsteam schon einen Schatz gefunden habe.

Info

Was noch wichtig ist

Ausgrabungsort Nur noch kurze Zeit können die Fundreste am Franziskanerkloster durch den Bauzaun betrachtet werden. Nach Karneval beginnt der Abbruch des alten Kreishauses.

Ausstellung Das Museum möchte in nächster Zeit einige der Fundstücke, die rein rechtlich der Stadt gehören, ausstellen.

Diese Frage war schnell beantwortet: Einen richtigen Schatz fanden die Experten nicht. Dafür aber einen vollständig erhaltenen irdenen Krug in einer im Kellerboden eingelassenen Nische. Der war wohl während des Hessensturms auf Kempen als sichere Aufbewahrung für Geld angelegt worden und durch Holzboden und darauf gelagerte Vorräte versteckt worden. So sehr die Archäologen allerdings schüttelten und den Krug auf den Kopf stellten, es fand sich kein Geld mehr darin.

Von solchen besonderen Funden abgesehen zeigte sich im Vortrag, dass die Archäologen eher eine mühsame Arbeit leisten, um gleichsam als Puzzlespiel ein Bild des früheren Gebäudeensembles rund um das Kloster zu dokumentieren. Nach einer ersten Sondierung, bei der mittels eines Baggers das Pflaster auf dem Vorhof des Kulturforums abgehoben wurde, ist Handarbeit angesagt. Dann helfen nur noch Schaufel, Hacke und Kelle. Stück um Stück wurden Mauerreste und Gruben frei gelegt. Nicht bei allen Funden kann man heute noch genau feststellen, wofür sie dienten. Waren die Gruben einfach für Abfall gedacht oder die größeren Gruben als Vorratslager? Da können auch die Spezialisten nur vermuten.

Auf jeden Fall lassen die Funde den Schluss zu, dass entlang der Burgstraße eine klein parzellierte Bebauung gestanden hat. Es gibt dort Keller, sogar Treppen und Nischen für Lichter wurden gefunden. Auf jeden Fall entpuppten sich die Kempener früherer Jahrhunderte sowohl als offensichtlich wohlhabende als auch sparsame Bürger. Denn die verschiedenen Mauerschichten und Bodenfunde weisen darauf hin, dass bei allen Überbauungen altes Material wieder verwendet wurde. Frage des Tages

Quelle: RP


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