Kempen: Kasache im Hagelkreuz getötet
VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 29.10.2007Kempen (RPO). Ein 55-jähriger Mann ist in seiner Wohnung an der Robert-Koch-Straße in Kempen ermordet aufgefunden worden. Sein beunruhigter Sohn entdeckte gemeinsam mit Polizisten den Leichnam. Eine heiße Spur gibt es nicht.
Aus Ermittlungsgründen gab die 21-köpfige „Mordkommission Hagelkreuz“, benannt nach dem Namen dieses Wohngebiets im Kempener Norden, gestern keine Auskunft, auf welche Weise der allein lebende Mann getötet wurde.
Das Opfer war auf seiner Kempener Arbeitsstelle, wo er als Gabelstaplerfahrer tätig war, am Freitag nicht erschienen. Ein Kollege informierte darüber am Abend den Sohn des Vermissten. Da der 25-Jährige nicht in die Wohnung seines Vaters im zweiten Obergeschoss gelangen konnte, rief er die Kreispolizei Viersen um Hilfe. Kurz nach 20 Uhr betraten der Sohn und die Polizisten gemeinsam die kleine Wohnung und fanden den geschiedenen, allein wohnenden Mann tot auf. Der alarmierte Notarzt konnte keinen natürlichen Tod bescheinigen.
Mordkommission
Die „Mordkommission Hagelkreuz“ ist zunächst in der Polizeiwache in Kempen untergebracht.
Hinweise zu der Tat und zu den beiden unbekannten Männern in der Nacht zu Freitag unter der Rufnummer 0 21 62/3770.
Die eingesetzten Kripoleute der Kreispolizei Viersen zogen daraufhin ihre Kollegen von der für Mord zuständigen Kriminalpolizei Mönchengladbach hinzu. Weitere verdächtige Umstände und die von der Staatsanwaltschaft Krefeld angeordnete Obduktion in der Düsseldorfer Rechtsmedizin führten am Samstagnachmittag dazu, dass eine Mordkommission gebildet wurde. Kriminalhauptkommissar Friedhelm Schultz leitet die Ermittlungen der 21 Beamten von der Viersener und der Mönchengladbacher Kripo. Über Einzelheiten wie die Todesart und die näheren Umstände in der Wohnung wollte die Mordkommission aus kriminaltaktischen Gründen gestern keine näheren Angaben machen.
Das Opfer war 1997 aus dem zentralasiatischen Kasachstan, bis 1991 eine ehemalige Sowjetrepublik mit vielen Russlanddeutschen, nach Kempen gezogen. Der laut Polizei unbescholtene 55-Jährige lebte unauffällig, ruhig und ohne große Kontakte in dem Zwölf-Familien-Haus, erzählte eine Nachbarin.
Eine heiße Spur zu dem oder den Tätern haben die Ermittler bisher nicht. Nachbarn haben allerdings beobachtet, sagte gestern Polizeisprecher Willy Theveßen, wie sich zwei, ihnen unbekannte Männer in der Nacht zu Freitag gegen 4 Uhr in der Nähe des Hauses Robert-Koch-Straße 54 aufhielten. Sie wurden an dem Wendehammer am Ende des ruhigen Straßenzugs mit vielen Reihen- und Einfamilienhäusern gesehen. Der kastenförmige, viergeschossige Wohnblock schließt die Straße als Eckhaus ab.
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