Kempen: Kein Platz für drei Pfarrer
VON GÜNTER VERSTAPPEN - zuletzt aktualisiert: 26.03.2007Kempen (RPO). Pastor Werner Rombach verlässt im Juni Kempen. Das hat er den Gemeinden St. Josef und Christ-König gestern in den Gottesdiensten mitgeteilt. Rombach wird Pfarrer einer Gemeinschaft der Gemeinden in Erkelenz.
Die Versetzung Rombachs durch Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff ist vor dem Hintergrund des Geld- und Priestermangels im Bistum Aachen und der damit verbundenen Bildung von Gemeinschaften der Gemeinden zu sehen. Für eine Gemeinschaft in Kempen (mit St. Hubert; Tönisberg gehört zum Bistum Münster) sieht der Stellenplan des Bistums bis spätestens 2012 nur noch 2,5 Stellen vor – bei drei Pfarrern, die zur Zeit hier aktiv sind: neben Rombach Propst Dr. Thomas Eicker (St. Marien) und Pfarrer Pero Stanusic (St. Hubertus in St. Hubert).
Wechsel nach Erkelenz
„Mit 50 Jahren wollte ich Planungssicherheit für meine Zukunft haben“, erklärte Rombach im Gespräch mit der RP. Deshalb fragte er im Januar beim Personalchef des Bistums, Domkapitular Pfarrer Heiner Schmitz – Vorgänger Rombachs in der Pfarre St. Josef Kamperlings – nach, ob er damit rechnen könne, bis zu seiner Pensionierung in Kempen zu bleiben. Es sei, berichtet Rombach, schnell klar geworden, dass dafür keine Sicherheit bestehe, zumal Propst Eicker bekundet habe, in Kempen bleiben zu wollen. Nachdem Rombach seine Bereitschaft zum Wechsel erklärt hatte, wurde ihm sehr schnell die Nachfolge von Pfarrer Dieter Plewnia (74) in Erkelenz angeboten. Ein Gespräch mit den Verantwortlichen seines künftigen Wirkungsbereichs fand letzte Woche statt. Zu der Gemeinschaft der Gemeinden „Thomas Morus“, dessen Vorsitzender Rombach wird, gehört St. Lambertus mit 11 400 Gläubigen; insgesamt liegt die Mitgliederzahl bei etwa 15 000. Für Thomas Morus, eine von zwei Erkelenzer Gemeinschaften, sind für die Zukunft zwei Pfarrstellen ausgewiesen; die zweite wird durch Kapläne und Subsidiare besetzt. In der vom Bistum vorgesehenen Gemeinschaft der Gemeinden in Kempen (18 900 Gläubige) sollen Eicker und Stanusic die „vollen“ Pfarrerstellen besetzen. Die halbe Stelle könnte mit einem Kaplan oder einem Geistlichen ausgefüllt werden, der noch andere Aufgaben übernimmt. Die Pfarre St. Hubert strebt allerdings noch entgegen den Vorstellungen des Bistums eine Gemeinschaft mit St. Tönis und Hüls an. Möglicherweise steigt nach dem Weggang Rombachs der Druck auf die Gemeinden, den Plänen des des Bistums Aachen zuzustimmen.
Seine letzten Gottesdienste in Kempen wird Rombach am 2. und 3. Juni feiern. In Erkelenz erwartet den Pfarrer, der nicht nur diplomierter Theologe, sondern auch examinierter Kirchenmusiker ist, in der Pfarre St. Lambertus eine Situation, die mit der Kempener Propsteigemeinde vergleichbar ist. Hier wie dort gibt es bedeutende kirchenmusikalische Angebote.
Predigt-Kunst
Für den Kunstfreund Werner Rombach ist es wichtig, dass der Gottesdienst zu einem „Gesamtkunstwerk“ wird. Deshalb, so sagt er, lege er großen Wert auf eine optimale Predigtvorbereitung. Das Thema der Predigt müsse sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst ziehen.
Der Pfarrer hebt von den Aktivitäten in Kempen die Kunstaktionen hervor, die in liturgische Handlungen eingebaut waren. Er freut sich darüber, dass er in den Gemeinden Menschen gefunden hat, die mit ihm solche Vorstellungen verwirklicht haben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



