Stadt Kempen: Kempener Familiengeschichten
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 12.08.2009 - 15:34Stadt Kempen (RPO). Seit Donnerstag läuft in den deutschen Kinos der Film "Maria, ihm schmeckt's nicht". Das Buch hat der Meerbuscher Jan Weiler geschrieben. Die Beziehung zu seinem Kempener Schwiegervater Antonio L. hatte ihn inspiriert.
Wenn die Kinder von Jan Weiler mal im heiratsfähigen Alter sind, werden sich deren Lebenspartner schon sehr ins Zeug legen müssen, um Weilers Gunst zu gewinnen. "Die tun mir jetzt schon leid", sagt Weiler. "Zukünftige Schwiegersöhne werden es bei mir schrecklich schwer haben."
Warum das so ist, lässt der Film "Maria, ihm schmeckt's nicht" erahnen, der am Donnerstag bundesweit in den Lichtspielhäusern angelaufen ist. Weiler hat vor einigen Jahren das gleichnamige Buch geschrieben. Ein Bestseller. Mehr als 1,5 Millionen mal verkaufte sich das Werk. Es ist die Geschichte vom Rheinländer, der sich in eine Halb-Italienerin verliebt und sich abmüht, die Gunst des künftigen Schwiegervaters zu erlangen. "Ich glaube, dass alle das Problem, sich bei den Schwiegereltern vorstellen zu müssen, kennen", meint Christian Ulmen. Der Schauspieler verkörpert in dem Film die Hauptfigur.
Das ist der Autor
Geboren am 28. Oktober 1967 in Düsseldorf, aufgewachsen in Meerbusch
Ausbildung erst Werbetexter, 1993 dann Deutsche Journalistenschule
Karriere ab 1995 Redakteur beim Magazin der "Süddeutschen Zeitung" (SZ), ab 2000 Chefredaktion des SZ-Magazins
Autor 2003 Debütroman "Maria, ihm schmeckt's nicht", 2005 "Antonio im Wunderland", 2006 "In meinem kleinen Land", 2006 "Gibt es einen Fußballgott?", 2007 "Land in Sicht", 2008 "Drachensaat", ab 18. September "Mein Leben als Mensch"
Und das ist im Grunde genommen Jan Weiler selber. Seine eigene Lebensgeschichte inspirierte ihn schließlich zu dem Buch. Weiler wuchs in Meerbusch auf, lernte dort auch seine Frau kennen. Eine Halb-Italienerin aus Kempen. "Mein Bruder und sie sind gemeinsam in Krefeld aufs Gymnasium gegangen", erzählt der 41-Jährige. An den ersten Besuch bei den Schwiegereltern in spe erinnert sich Weiler noch bestens. Er war erst ein paar Wochen mit seiner Freundin zusammen. "Ich hatte tatsächlich ein bisschen Angst vor meinem Schwiegervater", gesteht er. "Aber meine Schwiegermutter hat das wunderbar zerstreut."
Sein Schwiegervater ist Antonio L.. Er stammt aus der italienischen Stadt Campobasso und kam 1961 nach Deutschland. Zwei Jahre später landete er in der Thomasstadt. Dort arbeitete er bis zur Rente als Dreher. Er heiratete eine deutsche Frau, mit der er insgesamt drei Kinder hat. Und eben den einen Schwiegersohn, der seinen Lebensunterhalt als Chefredakteur des Magazins der "Süddeutschen Zeitung" verdient. Für die beginnt er ab 2002 Artikel über seinen Schwiegervater zu schreiben. Die Geschichten kommen so gut an, dass Weiler sich entschließt, mit seinem Schwiegervater dessen Heimat zu besuchen. Daraus entsteht der so erfolgreiche Debütroman.
Dreharbeiten auch in Krefeld
Dass eine Filmfirma auf den Erfolg aufmerksam wird, ist nicht ungewöhnlich. Und Jan Weiler darf bei der filmischen Umsetzung mitreden. Er nennt Christian Ulmen als Wunschbesetzung für seine Rolle und schreibt am Drehbuch mit. Die eigentlichen Dreharbeiten sind dann im vergangenen Jahr in München und Apulien. Aber auch in Krefeld werden einige Szenen für den Film aufgenommen.
Seine Schwiegereltern haben Jan Weiler noch vor wenigen Wochen besucht. Der Autor lebt inzwischen mit seiner Frau und den zwei Kindern südlich von München in Oberbayern. Gut 700 Kilometer trennen ihn damit von seinem Schwiegervater. "Leider komme ich selten an den Niederrhein", sagt er. "Aber wenn ich da bin, besuche ich sie natürlich." Wahrscheinlich wäre das etwas, was Weiler später auch von seinen Schwiegersöhnen verlangt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



