Stadt Kempen: Kino braucht keinen Trost
VON GESA EVERS - zuletzt aktualisiert: 08.11.2008Stadt Kempen (RPO). Auch wenn der neue Bond-Streifen „Ein Quantum Trost“ in den Kempener Lichtspielen für Umsatz sorgen wird, sind es doch eher Familienfilme, mit denen sich Chef Frank Jansen gegen die Multiplex-Konkurrenz behauptet.
Alle reden von Bond. Selten hat ein neues Abenteuer des britischen Geheimagenten so viel Mediengetöse ausgelöst wie der Streifen „Ein Quantum Trost“ mit Daniel Craig. Da ist schon jetzt vom „erfolgreichsten Bond aller Zeiten“ („Süddeutsche Zeitung“) die Rede, und Kinobetreiber in aller Welt reiben sich die Hände. Das gilt auch für Frank Jansen, Geschäftsführer der Kempener Lichtspiele. „James Bond ist eine besondere Marke. Wir haben schon einige 100 Reservierungen“, erzählt er zufrieden. Doch angewiesen ist er auf derartige Blockbuster nicht unbedingt, so der Unternehmer.
Ein Quantum Trost
Regie Marc Forster Drehbuch Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade
Hauptdarsteller Daniel Craig Bond-Girl Olga Kurylenko Bösewicht Mathieu Almaric Budget 230 Millionen Dollar Drehorte Mexiko, Italien, Österreich, England, Chile, Panama, Spanien Länge 103 Minuten
Deutliche Zuwächse
Denn anders als in den großen Multiplex-Kinos wie dem Cinemaxx in Krefeld sind es bei ihm eher die ruhigen, familienfreundlichen Filme, die am Ende des Jahres für eine positive Bilanz sorgen. Das liege am Kempener Publikum. „Die jungen Leute strömen in die Großstädte, weil sie nach dem Film noch in Kneipen wollen, die dort direkt neben den Kinos liegen. Deshalb bedienen wir eher junge Familien und ältere Menschen.“
Und die legten nun mal weniger Wert auf „Actionkrempel“, wie Jansen sich ausdrückt. Stattdessen laufen Filme wie das Drama „Das Lächeln der Sterne“ mit Richard Gere und Diane Lane besonders gut. Weil bis zum Ende des Jahres mit der Kinderbuchverfilmung „Tintenherz“, der Til-Schweiger-Komödie „1 1/2 Ritter“ oder dem Animationsfilm „Madagaskar 2“ bewährtes Familien-Kino ansteht, ist Jansen zuversichtlich. „Bei den 17- bis 24-Jährigen sieht es etwas mau aus, aber Kinder und Ältere gleichen das wieder aus. Wir legen im Vergleich zu 2007 zweistellig zu“, kündigt er an.
Doch trotz der klar definierten Kempener Zielgruppe, die es etwas ruhiger mag, wird der neue Bond-Streifen auch hier mächtig einschlagen, prophezeit der Fachmann. Denn die Machart der berühmten Agenten-Reihe habe sich gewandelt. Zwar sei auch „Ein Quantum Trost“ ein Actionfilm, der einem kaum Zeit zum Atmen lasse, aber: „Die Geschichten sind realistischer geworden. Bond ist nicht mehr der Superheld, der die ganze Welt retten muss. Er ist glaubwürdig“, sagt Frank Jansen. Intelligente Unterhaltung, die nicht nur auf Spezialeffekte setzt – das sei der Schlüssel, um sich gegen die Großstadt-Konkurrenz zu behaupten. Zwar erhalte das Cinemaxx mehr Kopien von großen Hollywood-Blockbustern. Doch verdrängen konnte das Multiplex-Kino die Kempener Lichtspiele nicht. „Wir halten der Konkurrenz seit acht Jahren erfolgreich Stand“, so der Betreiber stolz.
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