Stadt Kempen: Kirche und Karneval feiern
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Stadt Kempen (RP). Einmal im Jahr treffen sie alle Kempener Karnevalisten zu einem Gottesdienst. Vor 25 Jahren entstand die Tradition der Narrenmesse. Erstmals war der Gottesdienst am Sonntag in der Christ König Kirche ein Wortgottesdienst.
Ungewöhnliche Musik erklingt in der Kempener Christ König Kirche. "Einmal Prinz zu sein" ist, gespielt vom Orchester St. Marien aus Kempen, zu hören. Und es wird noch ungewöhnlicher. Tanzmariechen und Tanzgarden in kurzen Röcken ziehen ein, das Fanfaren Korps Kempen und die Garden der verschiedenen Karnevalsvereine sowie Prinz Peter I. und seine Prinzessin Marianne I. folgen.
Der Altarraum und die ersten Stuhlreihen der Kirche sind fest in Narrenhand. Kinder in fröhlichen Kostümen sitzen zwischen nicht kostümierten Erwachsenen in den restlichen Bankreihen der Kirche. Ein herzliches Willkommen ist von Wortgottesdienstleiter Klaus Bensmann zu hören. Der traditionelle Narrengottesdienst in Kempen beginnt.
Was noch wichtig ist
Karneval Seit 25 Jahren organisiert der KKV mit allen karnevalstreibenden Vereinen in Kempen und der katholischen Kirche die Narrenmesse.
Aschekreuz Wenn am Aschermittwoch die jecke Zeit zu Ende geht wird um 18.30 Uhr in der Christ König Kirche die Heilige Messe mit Austeilung des Aschekreuzes gefeiert.
Es ist eigentlich wie immer und doch ist es etwas besonderes. Denn in diesem Jahr feiern die Kempener Karnevalisten zum 25. Mal. den Narrengottesdienst. "Die Narrenmesse feiert ein Vierteljahrhundert. Prinz Rudi II. und Pater Ludwig ins Leben rief dies Ritual, war für Kempen das erste Mal", dichtet Karl Heinz Hermanns, Ehrensenator des Kempener Karnevalsvereins (KKV), bei der Einführung. Kleine Spitzfindigkeiten hat der Ehrensenator natürlich auch eingebaut.
In Sachen Personalmangel spielt er so darauf an, dass kein Kaplan oder Pfarrer die Feier gestaltete. Zum ersten Mal in der Geschichte ist es nämlich ein Wortgottesdienst, gehalten von einem Laien. Aber den Herrgott würde das nicht weniger freuen, betont Hermanns in seiner Rede. Das KK nicht zu deuten sei als ehemaliges Autoschild, auch nicht als Königreich Kempen sondern als Kirche und Karneval ließ so manchen Besucher schmunzeln.
KKV-Komiteemitglied Horst Latzel übernahm die Lesung. Karnevalistische Lieder, gespielt vom Orchester, rundeten den Wortgottesdienstes ab. Die Fürbitten übernahmen Prinz Peter I. und seine Lieblichkeit Marianne I.
Einen besonderen Wunsch bekam Peter I. im Narrengottesdienst erfüllt. Er hatte sich das Lied "Großer Gott wir loben dich" gewünscht. "Der Bergische Diakon eröffnet damit seine Büttenreden, die Heiligen Messen, seine Herrensitzungen. Ich finde es wunderschön. Es ist ein Lied, das in die Kirche gehört, das jeder mitsingen kann, und von uns aus ist es ein Dankeschön an unseren Herrgott für drei wunderschöne Jahre, die er uns hat erleben lassen", sagte Peter I.. Die Amtszeit des Kempener Prinzenpaares endet in diesem Jahr.
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