Stadt Kempen: Kunst und Poesie der Betreuung
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 10.11.2009Stadt Kempen (RPO). Eine ungewöhnliche Ausstellung ist zurzeit im Kempener Hospital zum Heiligen Geist zu sehen. Betreute des Kempener Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) zeigen selbstgemachte Bilder und Kunstwerke. Der SKF möchte damit auf das Thema Betreuung aufmerksam machen.
Wenn es einem nicht gut geht, die Bewältigung des Alltags schwer ist, dann können Kunst und auch Literatur hilfreich sein. Und ebenso die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Betreuer, zum Beispiel des Kempener Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF). Sie betreuen rund 160 Menschen in Kempen und Umgebung in ihrem täglichen Umfeld. Seit Sonntagmorgen sind Bilder und Texte von sechs der Betreuten im Foyer des Hospitals zum Heiligen Geist zu sehen.
Ein mutiger Schritt, wie Ingrid Welzel findet, die gemeinsam mit Lydia Pleschka hauptamtlich beim SKF für die Betreuten, aber auch für die Betreuer zuständig ist. Denn damit gehen die Betroffenen in die Öffentlichkeit, sagen ganz ehrlich, dass sie Defizite haben, dass sie Hilfe brauchen. Unter den Besuchern der Eröffnung war auch Gertrud Hölbelt, die aufgrund einer rheumatischen Krankheit,auf Hilfen angewiesen ist.
Was noch wichtig ist
Dauer der Ausstellung Noch bis zum 28. November ist die Ausstellung zu sehen.
Beratung Jeden ersten Donnerstag im Monat wird zwischen 13 und 18 Uhr im Haus des SKF an der Ellenstraße über Betreuungen beraten. Egal, ob man Betreuer werden möchte, oder Betreuung braucht.
Eins ist allen Bildern und auch den Texten anzumerken: Eine ungeheure Aufgeschlossenheit der Welt gegenüber, Einfühlungsvermögen, Aufmerksamkeit für Kleinigkeiten. Da nutzt Bernd Allamag kräftige Farben mit ebenso kräftigem Pinselstrich für seine Bilder. Oder fügt Dinge des Alltags in phantasievolle Collagen zusammen.
Maria Alexander ist geistig behindert. Blumen und Haie haben es ihr angetan. Klingt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Aber ihre Buntstiftbilder haben eine ganz besondere Ausdruckskraft und erzählen wohl auch sehr viel von ihren Gefühlen, die sie so nicht mitteilen kann. Malen ist für sie ein wichtiges Ausdrucksmittel entnimmt man der Kurzbiographie, die neben den Bildern hängt.
Gertraud Höbelt hat zunächst mit Aquarellen angefangen, sich dann später auch der Lyrik und Prosa zugewandt. Sie bringt in die Ausstellung die eher stillen Momente. Naturbetrachtungen vor allem, mal mit Pinsel, mal in Worten.
Angelika Thiel-Hedderich, Vorsitzende des Freundes- und Fördererkreises des Hospitals zum Heiligen Geist betont, dass die Ausstellungen im Foyer des Hauses immer wieder eine wohltuende Verbindung von Kunst und Krankenhaus bilden. Beides könne sich gegenseitig befruchten und ergänzen. Gleichzeitig bietet sie Informationen über Vorsorgevollmachten, Betreuungsvollmachten und Patientenverfügungen.
Betreuung, das heiße schon lange nicht mehr Entmündigung, betonen die SKF-Vorsitzende Margret Mertens sowie ihre Mitarbeiterinnen und ehrenamtlichen Betreuer bei der Eröffnung
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