Kempen: Laien: Fusionspläne ändern
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 18.04.2008Kempen (RPO). Rückenwind vom Diözesanrat der Katholiken gibt es für Gegner der Fusionspläne des Bistums Aachen für Alt-Kempen: Das oberste Laiengremium fordert den Bischof einstimmig auf, die Pläne zurückzunehmen.
Das Bistum Aachen legt nach Auffassung des Diözesanrates der Katholiken in der Diözese die falschen Prinzipien zu Grunde, wenn es plant, 125 Pfarrgemeinden im Bistum zu fusionieren. Einstimmig forderte das Gremium bei seiner Vollversammlung Bischof Heinrich Mussinghoff am Mittwochabend auf, die Pläne zurückzunehmen und zu überarbeiten.
Bischof will Pläne umsetzen
Von den Plänen betroffen sind auch die drei Alt-Kempener Pfarreien Christ König, St. Josef und Mariae Geburt. Das Bistum will sie bis 2010 zu einer Gemeinde zusammenführen, was vor allem in Christ König und St. Josef heftigen Widerstand ausgelöst hat. Erst am Montagabend hatte Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Leiter der Hauptabteilung Pastoral, Schule, Bildung der bischöflichen Behörde, bei einem Treffen mit Vertretern der drei Gemeinden in Kempen betont, der Bischof werde die Fusionen umsetzen.
Diözesanrat
Vertretung von mehr als 500 Pfarrgemeinderäten, sieben regionalen Katholikenräten und mehr 20 Verbänden im Bistum
Kritik Das Gremium kritisiert, dass vorab nicht über die Fusionspläne informiert worden war, obwohl das Bistum für diese Zwecke die Gemeinsame Konferenz der diözesanen Räte eingerichtet habe.
Cremer, der zugleich geistlicher Assistent des Diözesanrates ist, hatte am Mittwochabend die Fusionspläne erneut verteidigt. Das änderte aber nichts daran, dass der Diözesanrat die Vorschläge des Bischofs ablehnt: Es fehle der präzise Blick auf die örtliche Situation. Wo das Gemeindeleben vital sei, dürfe kein Zusammenschluss angeordnet werden. Kritik übt das Gremium auch daran, dass „ein dramatisierter Priestermangel die Feder bei den Fusionsplänen geführt habe“.
Altfrid Spinrath, Stellvertretender Vorsitzender des Diözesanrates und Vorsitzender des Katholikenrates Kempen/Viersen, sagte, der Diözesanrat wolle in einem Gespräch mit dem Bischof versuchen, die Pläne abzumildern. Die betroffenen Gemeinden im Bistum forderte er auf, sich zu solidarisieren.
Spinrath deutete an, dass der Diözesanrat nicht grundsätzlich gegen Fusionen sei. „Aber wir müssen wegkommen von den Strukturdebatten. Wir müssen fragen: was ist in einer Gemeinde wichtig, damit Kirche attraktiv ist.“ Er könne sich vorstellen, dass aktive Gemeinden, die fusionieren, in einem eigenen Gremium entscheiden, welche Schwerpunkte die Gemeinde in der Seelsorge setzen soll. „Für solche Gemeinden brauchen wir andere Möglichkeiten der Mitbestimmung“, sagte der stellvertretende Vorsitzende.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



