Kempen: Leo Houben steigt vom Pferd
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 30.09.2006Kempen (RPO). Wegen Gesundheitsproblemen hat der 66-jährige Kempener sein Amt als Herold beim Martinszug aufgegeben. Sein Nachfolger ist Heiner Schmitz, der schon einmal für Houben eingesprungen war.
Züge und Ausstellung
Der Kempener Kleinkinderzug für Kindergartenkinder und andere Kleinkinder startet am Donnerstag, 9. November, um 18 Uhr pünktlich mit dem Glockengeläut vom Kirchplatz aus.
Der Martinszug der Schüler beginnt am Freitag , 10. November, um 17.15 Uhr ab Heyerdrink.
Die Ausstellung der selbst gebastelten Fackeln der Schüler ist vom 27. Oktober bis 7. November im Rathausfoyer zu sehen. Die Laternen der Kindergärten werden teilweise in den Schaufenstern Kempener Einzelhändler zu bewundern sein.
Eine besondere Überraschung bot der Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ bei der Versammlung zur Vorbereitung des St. Martin-Zuges. Zur Überraschung aller, sogar des Vorsitzenden Karl-Heinz Hermans, kündigte der langjährige Herold Leo Houben am Donnerstagabend an, nicht mehr als Herold zur Verfügung zu stehen. Seit 1977 ritt er neben dem St. Martin. Damals war das noch Friedhelm Funken.
Erst war er ein wenig überrascht, erinnerte sich Leo Houben, als er damals gefragt wurde, ob er Herold werden wolle. Aber schnell willigte er ein, Funken überzeugte ihn mit dem Argument „Wir tun es ja für die Kinder!“ Nur einmal in all‘ den Jahren fiel Houben wegen Bandscheibenproblemen aus. Und eben diese gesundheitlichen Probleme haben den 66-jährigen nun bewogen, sein Amt in jüngere Hände abzugeben. Auch wenn der wieder gewählte St. Martin Jüppi Trienekens bekräftigte, dass Houben „auf jeden Fall dabei sein wird, wenn wir los reiten“, weiß Houben doch: „Das wird weh tun“. Den Zug auf der Mülhauser Straße in seiner Farbenpracht zu sehen, die vielen Kinder mit ihren leuchtenden Fackeln rund um die Burg – „das ist ein Erlebnis“, betont Houben. Im Herolds-Amt folgen wird ihm Heiner Schmitz, der bereits vor drei Jahren einmal für ihn einsprang. Der Fleischermeister, 39 Jahre alt, ist ein echter Kempener Jung. Noch wissen seine zwei Kinder, acht und zwölf Jahre alt, nicht, dass der Papa Herold wird. Aber sicher werden sie ihm stolz zuwinken, meinte er. Schon als Kind ist Schmitz im Zug mitgezogen. Kein Wunder, dass er schon seinen Einsatz als Ersatzmann 2002 als „grandios“ bezeichnet. Vor allem der Zug durch das Kuhtor hin zum Markt hat es ihm angetan. Als weiterer Herold ist wie in den letzten Jahren Georg Funken dabei.
Schatzmeister Rainer Hamm legte einen ausgeglichenen Kassenbericht vor. Um 6,1 Prozent stieg das Ergebnis der Haussammlung im letzten Jahr, und immer wieder helfen großzügige Sponsoren. „Wir sind gut aufgestellt“, meinte also Karl-Heinz Hermans, und die Versammlung folgte einstimmig der Aufforderung, den Vorstand zu entlasten. Im Übrigen konnte Hermans sechs neue Sammler begrüßen. Viele sind wohl durch ihre eigenen St. Martins-Erlebnisse als Kinder motiviert worden, vermutete er. Das Bestehen des Vereins und des Zuges sah er auf jeden Fall für „die nächsten hundert Jahre gesichert.“ Lars Weegen, der Herr über die Befüllung der Bloese, hat es wieder einmal geschafft, mit einer minimalen Preissteigerung von 4,4 Prozent die braune Tüte bis oben hin voll zu packen. Die Mischung ist alt bewährt von gesund bis süß und zuckrig. Die Versammlung durfte schon einmal vorkosten, verraten wird den Inhalt aber niemand.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



