Stadt Kempen: "Man steht nicht allein da"
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Stadt Kempen (RPO). Selbsthilfegruppen gibt es zu verschiedenen Themen. Betroffenen hilft schon die Erkenntnis, mit ihren Problemen nicht allein zu sein. Am 25. September stellen sich mehr als 30 Gruppen beim "Selbsthilfetag" im Kolpinghaus vor.
Das Programm
11 Uhr Begrüßung durch Christof Fey, Vorsitzender von BIS sowie Bürgermeister Volker Rübo
12 Uhr Rollstuhltanz vom Tanzsportverein Viersen
Fachvorträge 12.30 Uhr Brustkrebs (Referent Chefarzt Dr. Hajo Wilkens vom Hospital z. Hl Geist)
14 Uhr Diabetes Typ I und II (Dr. Feyerabend, Diabetologische Schwerpunktpraxis Grefrath)
15.30 Uhr "Angst ist mehr als ein Gefühl" (Roland Rosinus, Betroffener und Autor mehrerer Bücher zum Thema)
Von Angst bis Zwängen – Marlene Schumachers schilderte am gestern das ganze Spektrum der Angebote der BIS, der Selbsthilfekontakt- und Informationsstelle im Kreis Viersen. Am Samstag, 25. September, stellen sich mehr als 30 Gruppen des Vereins zwischen 11 und 17 Uhr im Kempener Kolpinghaus, Peterstraße vor. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Volker Rübo übernommen. Darüber sowie über die "Selbsthilfefreundlichkeit des Kempener Hospitals", in dem viele Selbsthilfegruppen Räume für ihre Treffen finden, freute sich Schumachers.
BIS hilft beim Aufbau
In der BIS finden sich Selbsthilfegruppen zu unterschiedlichen Themen zusammen. Dazu gehören zum Beispiel die Angst-Panik-Depression-Selbsthilfegruppen aus Süchteln und Willich, die Crohn Morbus/Colitis Ulcerosa Selbsthilfegruppe aus Tönisberg, Diabetiker und Fybromyalgie-Selbsthilfegruppen, die Hospizinitiative, Multiple Sklerose Kontaktkreise, Parkinson Vereinigung, Prostata-Selbsthilfegruppen, Rheuma-Liga, Rollstuhlfahrer, Gruppen für Schlaganfallpatienten und viele mehr. Die BIS gibt den Gemeinschaften lediglich Hilfe zum Aufbau der Selbsthilfe und bündelt die Kontakte. Die Arbeit selbst machen die Gruppen. "Engagierte Betroffene" finden hier zusammen, fasste Marlene Schumachers das Konzept bei der Vorstellung des Selbsthilfetages zusammen.
Anton Baikowski von der Stoma-Selbsthilfegruppe Viesen ergänzte das. "Man ist erstmal aus der Bahn, wenn man die Diagnose Darmkrebs hört." Die Gruppe habe ihm gleich mehrfach geholfen. Er habe nie eine Vorstellung davon gehabt, wie viele andere Menschen unter der gleichen Erkrankung leiden. Neben rein praktischer Hilfestellung hat ihm die Stoma-Selbsthilfegruppe auch gezeigt "dass der Weg nach vorne geht" und dass er offen mit seiner Krankheit umgehen kann. Mittlerweile wird die Gruppe auch von Krankenhäusern angesprochen, Betroffene – sofern sie dies wollen – zu informieren.
Waltraud und Rolf Schimanski vom Elternkreis Drogengefährdeter und Drogenabhängiger Kinder bestätigen Baikowskis Einschätzungen. Man steht nicht mehr alleine da, so Waltraud Schimanski. Denn erstmal sei die Erkenntnis, das eigene Kind ist drogenabhängig, furchtbar. Die Selbsthilfegruppe gab Kraft, auch die Familienproblematik offen auszusprechen. "Das gehört dazu", sagte Rolf Schimanski.
Allen Beteiligten ist es ein Anliegen, mit dem Selbsthilfetag weite Kreise in der Bevölkerung anzusprechen. Deshalb der zentrale Veranstaltungsort. "Mancher wird vielleicht während des Einkaufsbummels bei uns vorbeikommen", hoffte Marlene Schumachers.
Kontakt Seit 2007 hat die BIS einen Stützpunkt in Kempen. Jeden Mittwoch steht von 10 bis 13 Uhr eine Mitarbeiterin in der Begegnungsstätte der Senioreninitiative Haus Wiesengrund, Wiesenstraße 59, für Fragen zur Verfügung.
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