Stadt Kempen: Marihuana angebaut in Übersee-Container
zuletzt aktualisiert: 12.11.2009Stadt Kempen (RPO). Vor der 2. großen Strafkammer des Krefelder Landgericht hat das Verfahren gegen vier Männer und eine Frau wegen diverser Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz begonnen. Konkret wirft die Staatsanwaltschaft den zwischen 38 und 44 Jahren alten Beschuldigten, die alle in den Niederlanden wohnen, folgendes vor: Die Angeklagten Franciskus B., Hendricus H. und Pasqualle M. sollen sich zu einer Bande zusammen getan haben. Ihr Ziel: Mittels einer professionellen Marihuana-Aufzucht in Deutschland – es geht vor allem um die Städte Kempen und Brüggen – und dem anschließenden Gewinn bringenden Verkauf des Rauschgifts wollten sie sich eine nicht unbeträchtliche Einnahmequelle sichern.
Das Trio befindet sich bereits seit einigen Monaten in Untersuchungshaft. Franciskus B. soll sich spätestens im April 2008 an die Beschuldigten Ronny P. und Viviane H., die zu diesem Zeitpunkt noch miteinander verheiratet waren, gewandt haben. Die beiden – sie befinden sich nicht in U-Haft – seien von B. beauftragt worden, für ihn Hallen im Grenzgebiet anzumieten. Zunächst "besorgten" Ronny P. und seine damalige Gattin im April 2008 eine Halle in Brüggen; im August 2008 folgte die Anmietung einer Halle in Kempen. Die Nutzung der beiden Gebäude erfolgte schnell: Die Angeklagten Franciskus B., Hendricus H. und Pasqualle M. brachten jeweils vier Übersee-Container sowie zahlreiches Zubehör in die Lagerhallen.
In jedem Container wurden etwa 250 Marihuanapflanzen angebaut. Fortan kümmerte sich die Bande um die Gewächse, erntete von Zeit zu Zeit und pflanzte anschließend neue Setzlinge ein. Im Frühjahr 2009 flogen sie auf und wurden die Hallen geräumt. Der Prozess wird am Freitag, 20. November, 9 Uhr, Saal 157, fortgesetzt.
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