Stadt Kempen: Mehr Platz für Bahnpendler
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 26.01.2012Stadt Kempen (RP). Auf der Strecke Kempen-Krefeld bietet die NordWestBahn morgens drei zusätzliche Züge an. Damit will der private Anbieter seine Kapazitäten auf der Regionallinie RE 10 für die vielen Berufs- und Schulpendler deutlich erhöhen.
Neue Bahnangebote
Zusätzliche Fahrten Montag bis Freitag 7.05 Uhr, 7.35 Uhr, 8.05 Uhr ab Bahnsteig zwei. Verbindung nur zwischen Kempen und Krefeld. Sonst wie bisher Richtung Düsseldorf halbstündlich um viertel nach und viertel vor der vollen Stunde ab Bahnsteig eins.
Für Berufspendler gibt es um 16.39 Uhr auf der Rücktour Richtung Kleve einen weiteren Triebwagen im Zug, so dass auch hier die Sitzplatzkapazität erhöht ist.
Infos zum Fahrplan im Internet unter www.nordwestbahn.de
Überfüllte Züge, so dass manchmal sogar Fahrgäste auf dem Bahnsteig zurückbleiben mussten – diese leidvolle Erfahrung vieler Berufspendler am Kempener Bahnhof soll nun der Vergangenheit angehören. Die private NordWestBahn, die seit 2009 den Betrieb auf der Regionalstrecke Kleve-Kempen-Krefeld-Düsseldorf von der Deutschen Bahn AG übernommen hat, bietet seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 einen neuen Service an. Vor allem für Berufspendler und Schüler gibt es nun drei Zusatzzüge um 7.05 Uhr, 7.35 Uhr und 8.05 Uhr. Jeweils ein Triebwagen mit 130 Sitzplätzen und rund 100 Stehplätzen fährt nun zwischen Kempen und Krefeld hin und her.
Zusatzzüge werden angenommen
Eine große logistische Leistung, waren sich Timo Kerßenfischer von der NordWestBahn, Sabine Tkatzik vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sowie Lothar Ebbers vom Regionalverband des Fahrgastverbundes Pro Bahn NRW bei der Vorstellung des Angebots gestern früh einig. Bereits jetzt zeige sich, dass die zusätzlichen Züge angenommen werden. "Rund 75 Prozent Auslastung", schätzt Timo Kerßenfischer. Auch wenn das zusätzliche Angebot noch nicht bei jedem angekommen sei, berichteten die Mitarbeiter der NordWestBahn von einer relativ großen Akzeptanz.
Das zeigte sich auch gestern Morgen bei dem Pressetermin samt Probefahrt. Einziges Manko: Es muss sich noch herum sprechen, dass der Zusatzzug – im Gegensatz zur halbstündlichen Verbindung Richtung Krefeld und Düsseldorf – am Bahnsteig 2 abfährt, also dort, wo sonst die Züge Richtung Kleve halten und dies auch entsprechend ausgeschildert ist. Ein logistisches Problem, sagte Ebbers. Denn aufgrund des Verkehrsaufkommens auf der Strecke und der kurzen Distanz nach Krefeld muss der Triebwagen kurz auf der Güterstrecke in Kempen warten, bis er in den Bahnhof einfahren kann. In Krefeld wiederum müssen die Fahrer in fliegendem Wechsel den Führerstand wechseln, um dann wieder nach Kempen zu rollen.
800 Verspätungen im Jahr 2011
Dennoch sind alle Beteiligten zufrieden. "Eine Verstärkung und vierfache Nutzung", meinte Kerßenfischer. Schon jetzt seien deutlich weniger Klagen von Fahrgästen zu hören. Selbst Ebbers vom eigentlich immer sehr kritischen Verband Pro Bahn beurteilte das Angebot auf dieser Strecke als "qualitativ gut", auch wenn es im vergangenen Jahr rund 800 Verspätungen gab. Das liege aber zum einen am Ausfall der beim schweren Unfall vor Geldern 2010 beschädigten Triebwagen, andererseits aber auch an fehlenden Leistungen der Bahn AG. Die Strecke müsse dringend saniert werden.
Eines der damals schwer beschädigten Fahrzeuge kommt jetzt gerade wieder zum Einsatz. Außerdem werden die Züge auf dieser Niers-Express-Linie mit mehr Sitzplatzkapazität, sprich zusätzlichen Triebwagen, ausgestattet, wie der Prospekt der NordWestBahn ausführt. Übereinstimmend betonten gestern alle, dass Nahverkehr gemeinsam gut gestaltet werden müsse. Zeigen muss sich noch, wie sich die neue Tarifgestaltung durch die Einbindung des Klever Raums in den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr VRR auf die Fahrgastzahlen auswirken wird. Frage des Tages
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