Kempen: Millionen fließen in Kanäle
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Kempen (RP). Rund 2,8 Millionen Euro in diesem Jahr und weitere Millionenbeträge in den Jahren bis 2017 investiert die Stadt Kempen in ihre Abwasserbeseitigung. Das Konzept stellte Torsten Schröder vom Tiefbauamt im Fachausschuss vor.
Einstimmig folgte der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz am Montagabend dem Abwasserbeseitigungskonzept der Verwaltung. Da geht es um Sanierungen zum Beispiel von Kanälen. Wie immer bemühe sich die Verwaltung, so Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder, die Erdarbeiten mit anstehenden Straßensanierungen zu kombinieren.
Ein Thema war der angedachte Bau eines Ausgleichsbeckens an der Thomasstraße, Burgparkplatz. Jürgen Klement (CDU) regte an, es doch besser unter dem Parkplatz Viehmarkt anzulegen anstatt die tief gelegenen Wiesen des Burggeländes zu nutzen. Allerdings wird diese Maßnahme erst 2017 durchgeführt. Es gibt also noch genug Zeit, die Frage zu prüfen. Dr. Michael Rumphorst (Grüne) meinte, die Verwaltungsvorlage zeige teilweise nur "Prognosegebiete".
Baupläne
Schwerpunkte im Abwasserbeseitigungskonzept:
2012 unter anderem Sanierung von Kanälen, darunter Eichendorff- und Mülhauser Straße, Am Wertchen, und von Pumpwerken
2013 zum Beispiel Bau eines Regenrückhaltebeckens am Krefelder Weg und Kanalerneuerung an der St. Huberter Hunsbrückstraße
2014 Planung eines Ausgleichsbeckens am Donkring und an der Berliner Allee, Sanierung der Kanäle in Kamperlings-West
Insgesamt werden bis 2017 schätzungsweise 11,3 Millionen Euro in die Abwasserbeseitigung investiert. Aktuell verfügt die Stadt über ein Entwässerungsnetz von 262 Kilometern Länge. Dazu kommen neun Regenrückhaltebecken, vier Regenklärbecken, 63 Pumpwerke.
Vorab gab es laut Technischem Beigeordneten Stephan Kahl bereits eine Informationsveranstaltung für die Ausschuss- und Ratsmitglieder, in der auch über die städtische Stellungnahme zum Regionalplan für Kempen gesprochen wurde. Dies allerdings nicht öffentlich. Wichtig sei es, so Kahl im Ausschuss, dass die Stadt innerhalb des Regionalplans der Bezirksregierung Düsseldorf "handlungsfähig" bleibe. "Spielräume zur eigenständigen Entwicklung" müssten gewahrt sein.
Das gilt für die Gewerbeentwicklung wie für die Versorgung mit Wohnraum. Gerade beim Gewerbe denkt die Verwaltung über die Ausweisung von Flächen über den Kempener Außenring hinaus nach (die RP berichtete). Jochen Herbst (CDU) mahnte, beim Flächenverbrauch behutsam vorzugehen. Außerdem forderte er, einen Schwerpunkt auf Windenergie oder erneuerbare Energien zu legen. Rumphorst vermisste die Festschreibung eines Klimaschutzkonzepts. Hans-Günter Thelen (Freie Wähler) fragte, warum sich die Stadt nicht für eine mehrgeschossige Wohnbebauung entscheide, um weniger Fläche zu bebauen.
Alle Parteien waren sich einig, dass diese Stellungnahme zum Regionalplan nur ein Vorentwurf sei. Weitere Planungen der Bezirksregierung müssen abgewartet und diskutiert werden. Bis auf Enthaltung der Grünen nahm der Ausschuss die Stellungnahme an.
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