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Stadt Kempen: Mister Zuverlässig

VON HENDRIKE SPAAR - zuletzt aktualisiert: 16.10.2010

Stadt Kempen (RPO). Seit 32 Jahren trägt Wilhelm Froese die Post in Kempen aus. Sein freundlicher Umgang mit den Kunden und seine tadellose engagierte Arbeit haben dem Geldener jetzt den Titel "Postbote des Jahres" eingebracht.

In Aktion: Wilhelm Froese trägt seit seinem 15. Lebensjahr in Kempen die Post aus. Jetzt wurde der Familienvater von seinen Kollegen zum "Postboten des Jahres" gewählt.   Foto: RPO
In Aktion: Wilhelm Froese trägt seit seinem 15. Lebensjahr in Kempen die Post aus. Jetzt wurde der Familienvater von seinen Kollegen zum "Postboten des Jahres" gewählt. Foto: RPO

Drei Dinge dürfen im Hause Froese nie fehlen: ein Fahrrad, ein funktionstüchtiger Kugelschreiber und ein ordentlicher Wetterbericht. Denn ohne diese Utensilien könnte Wilhelm Froese seinen Job nicht ausüben. Seit 32 Jahren trägt der 47-Jährige in Kempen die Post aus – die Straßen vom Bahnhof bis hinaus zur Von-Saarwerden-Straße sind sein Revier. "Es ist ein sehr schöner Bezirk", sagt Froese, "dort gibt es viele Einfamilienhäuser und viele Rentner, die immer Zeit für ein Pläuschen haben."

Und weil sich der in Geldern wohnende Postbote immer auch ein bisschen Zeit nimmt, sich die Sorgen und Nöte seiner Kunden anzuhören, wurde er jetzt zum "Postboten des Jahres" gewählt. "Das ist eine schöne Anerkennung, für das, was ich tue", freut sich Froese über die Auszeichnung, die jetzt auf dem Sideboard in seinem Wohnzimmer einen Ehrenplatz erhalten hat.

Info

Die Wahl

Während die Deutsche Post vor zwei Jahren ihre "Postboten des Jahres" von den Kunden wählen ließ, entschieden dieses Mal die Kollegen, wem diese Ehre zuteil werden sollte. Wilhelm Froese setzte sich letztlich gegen 250 Mitarbeiter der Niederlassung "Brief" der Deutschen Post in Duisburg – zuständig für alle Orte mit der Postleitzahl 46... und 47... – durch. In ganz Deutschland tragen rund 80 000 Postboten die Briefe aus.

Um 6 Uhr ist Dienstbeginn

Und Postbote zu sein, das kann mitunter schon mal eine schweißtreibende Arbeit sein. Jeden Morgen ist um 6 Uhr Dienstbeginn, dann folgen etwa drei Stunden, in denen Froese die Briefe für seinen Bezirk nach Straßen und Hausnummern sortiert und sein Fahrrad belädt.

Sind diese Vorbereitungen erledigt, schwingt sich der Familienvater auf seinen mit bis zu 50 Kilogramm bepackten Drahtesel, fährt in seinen Bezirk und beginnt, die Zusendungen an die Kunden zu bringen. "Das dauert zwischen vier und fünf Stunden. Rund um Weihnachten, bei Schnee und Regen schon mal länger", erklärt Froese.

Deshalb wird im Hause Froese auch jeden Abend und Morgen mit banger Mine der Wetterbericht verfolgt: "Der ist Gott sei Dank in den vergangenen Jahren immer zuverlässiger geworden. Vom Regen werde ich mittlerweile kaum noch überrascht." Unangenehme Überraschungen gibt es für den Postzusteller hin und wieder dennoch. So wurde der 47-Jährige in seiner Laufbahn als Postbote schon des öfteren von Hunden gebissen. "Es ist aber immer bei blauen Flecken geblieben", nimmt es Froese gelassen, der selbst einen Hund zu Hause hat, "und mittlerweile kenne ich meine Pappenheimer."

Trotz dieser kleinen, aber schmerzhaften Zwischenfälle sieht Froese seinen Beruf als echten Traumjob. "Ich möchte keinen Tag missen, auch wenn die Arbeit in den Jahren beschwerlicher geworden ist", erklärt der Familienvater. Denn obwohl in Deutschland immer weniger Briefe geschrieben werden, haben die Postboten immer mehr zu tun. "Das kommt von den vielen Werbesendungen", sagt Wilhelm Froese, der in seinen 32 Jahren als Zusteller noch nie einen Brief verloren hat.

Jeder Brief findet sein Ziel

Selbst Zusendungen ohne Namen oder mit fehlerhafter Anschrift gibt Froese nicht verloren: "Das ist wie ein Ehrenkodex unter uns Kollegen. Wir versuchen trotzdem, auch diese Briefe an den Mann oder die Frau zu bringen." Frage des Tages

Quelle: RP

 
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