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Kreis Viersen: Ordensfrau, Bischof und Politiker

VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 29.10.2011

Kreis Viersen (RP). Unsere Leser haben sich bei der Wahl der Besten entschieden. In der Stadt Kempen wählten sie Schwester Ina an die Spitze, in der Gemeinde Grefrath den früheren Bürgermeister Josef Lepers, in der Stadt Willich Weihbischof August Peters, in Tönsvorst Ex-Bürgermeister Richard Beckers.

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Per Telefon, über RP-online oder per Karte konnten die Leser abstimmen, wer in ihren Augen der oder die Beste ihrer Kommune ist, wer also seinen Heimatort vorangebracht und bekannt gemacht, wer Hervorragendes für die Menschen geleistet hat. Die Leser hatten zuvor ihre eigenen jeweiligen Favoriten vorgeschlagen.

Kempen: Schwester Ina

Die meisten Stimmen bekam unter den sechs Kandidaten für die Stadt Kempen Schwester Ina. Sie leitete von 1935 bis 1970 den katholischen Kindergarten St. Annenhof in Kempen. Noch heute erinnern sich Bürger gern an ihre Kindheit bei Schwester Ina.

"Sie war die Liebe in Person", sagt Heinz-Wilhelm Wolters, der eine Stiftung mit ihrem Namen zur Unterstützung des Kinderheims Annenhof gegründet hat. Der 76-jährige Wolters, der den Kindergarten 1939/1940 besuchte und Schwester Ina verehrt, freute sich gestern sehr bewegt über die Wahl, für die er allen Lesern dankt.

Schwester Ina (1895 bis 1980), mit bürgerlichem Namen Maria Mols, trat mit 20 Jahren ins Noviziat der Schwestern Unserer Lieben Frau ein, übernahm 1935 die Leitung des Kindergartens St. Annenhof. "Sie war fürsorglich und aufmerksam gegenüber den Kindern und den Mitschwestern", sagt Wolters, "sie selbst war total bescheiden."

Auch in unserer heutigen Gesellschaft wäre sie "ein ganz wichtiges Vorbild". Solches Lob teilt Karl-Heinz-Hermans, der gleichfalls Schwester Ina im Kindergarten erlebte und bis heute hoch schätzt. Der 82-jährige Ehrenbürgermeister kommt auf den zweiten Rang der Bestenliste, knapp gefolgt vom früheren Stadtdirektor Klaus Hülshoff (86).

Grefrath: Josef Lepers

In der Gemeinde Grefrath liegt der ehemalige Bürgermeister Josef Lepers in der Gunst der Bürger vorn. Der Mülhausener, der 2007 im Alter von 86 Jahren starb, wurde 1966 Bürgermeister von Oedt, dann der Gesamtgemeinde Grefrath bis 1994. Die Heimat und die Menschen lagen ihm am Herzen.

Nicht nur der Politik war er verbunden, sondern auch seinem Heimatort Mülhausen und speziell der Pfarre St. Heinrich. Lepers bezahlte beispielsweise die Restaurierung des Barockaltars und eines Kirchenfensters aus eigener Tasche. Bei der Wahl der Besten wird er fast gleichauf gefolgt von Eisschnellläufer Christian Breuer (34), Weltrekordler und Olympionike aus Grefrath.

Willich: Weihbischof Peters

Als Bester in der Stadt Willich ist Weihbischof August Peters gewählt worden. Viel Aufhebens um seine Person hat er nie gemacht, für die Menschen wollte er da sein. Der 1931 in Kaldenkirchen geborene Peters war lange Jahre Kaplan und Pfarrer in Schiefbahn und wurde 1981 Weihbischof des Bistums Aachen.

In Schiefbahn gründete er 1963 die Initiative, die noch heute mit seinem Namen verbunden ist: "Aktion Mission und Leprahilfe". Die Erkenntnis, dass die Menschen in Entwicklungsländern unterstützt werden müssten, veranlasste Peters zu diesem Schritt. Auf Rang zwei unserer Bestenliste folgt die hochverdiente und hochverehrte frühere Bürgermeisterin der Stadt Willich, Käthe Franke (88).

Tönisvorst: Richard Beckers

Seinen Humor und seine Schlagfertigkeit bewies gestern Richard Beckers gleich bei der Mitteilung, er sei "Unser Bester" in Tönisvorst: "Ist das mit einer lebenslangen Rente verbunden?" Der 82-Jährige freute sich über die Wahl: "Das ist sehr nett und ehrt einen ja." Fast 20 Jahre (1970 bis 1989) führte er die Geschicke der Stadt mit straffer Hand, Humor und Augenmaß als ehrenamtlicher Bürgermeister.

Von 1974 bis 1989 war er Geschäftsführer des Vorster Medikamentenhilfswerkes "action medeor". Noch heute schaut er dort immer mal wieder vorbei, hat sich aber sonst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen: "Jeder wirkt in seiner Zeit, und dann ist es auch gut."

Quelle: RP


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