Stadt Kempen: "Orsaycenter tut Kempen gut"
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 15.01.2009Stadt Kempen (RPO). Das geplante Wohn- und Geschäftszentrum an der Orsaystraße stößt beim Einzelhandel auf Gegenliebe. Das war bei der Bürgerversammlung zum Planungskonzept zu hören. Fragen gab es zu Parkplätzen und Lieferverkehr.
Schon früh sollen die Bürger in die Planung für das künftige Wohn- und Geschäftszentrum Orsaycenter einbezogen werden, das auf dem Gelände des ehemaligen Kreis- und Polizeigebäudes an der Burg-/Orsaystraße entstehen soll. Daher hatte die Stadtverwaltung zu einer Bürgeranhörung ins Kulturforum Franziskanerkloster eingeladen. Rund hundert Bürger kamen am Dienstagabend, darunter neben Anwohnern auch Geschäftsleute aus der Innenstadt und Politiker. Technischer Beigeordneter Stephan Kahl und Jörg Preckel vom Planungsbüro PEP erläuterten die Planungen. Preckel bezeichnete den Standort für ein Geschäftszentrum als "ideal". Die Gestaltung des Gebäudes müsse der Ordnung des Klosters folgen und dessen Strukturen aufnehmen. Die Ideen des Architekten bilden den Rahmen für die Ausschreibung, in der nun europaweit nach einem Investor für das Projekt gesucht wird.
Zeitplan
Wettbewerb Stadt ist zuversichtlich, 2009 den Investorenwettbewerb machen und abschließen zu können. Bis Jahresende ist klar, ob das Land Zuschüsse gibt.
Abriss 2010 soll das alte Kreis- und Polizeigebäude abgerissen werden. Gebäude und Grundstück gehören der Stadt Kempen.
Neubau Die Bauzeit wird eineinhalb bis zwei Jahre betragen.
Konzeptpläne Sie sind im Bauamt im Rathaus einsehbar.
Verkehr und Parkplätze
Wie denn die geplante Tiefgarage genutzt werden soll und ob es überhaupt genug Parkraum für ein solches Vorhaben gebe, wollten viele Bürger wissen. Schon jetzt sei es schwer, in der Innenstadt Parkplätze zu finden. Dem Vorschlag eines Besuchers, doch auch die Burgwiese am von-Loe-Denkmal unterirdisch zum Parken zu nutzen, erteilte Kahl eine Absage: Dies sei nicht Gegenstand des Ausschreibungsverfahrens und würde keinen Investor finden. Ein Anwohner, der in der heutigen Tiefgarage an der Orsaystraße einen Stellplatz gemietet hat, machte sich Sorgen, ob dies weiter möglich wäre. Kahl beruhigte: Jeder Mieter werde seinen Stellplatz behalten.
Da Preckel deutlich gemacht hatte, dass es einen großen gewerblichen Mieter im Orsaycenter als Kundenmagnet geben müsse, machten sich viele Zuhörer auch Gedanken um den Lieferverkehr. Wo soll er fließen, welche Lärmbelästigung entsteht? Auf wenig Gegenliebe stieß die angedachte Einbahnstraßenregelung für das Stück Orsaystraße am geplanten Center. Allerdings betonte Kahl, dass es sich hier erst einmal um eine Möglichkeit handle, die "noch nicht durchdacht" sei.
Stellvertretend für die Einzelhändler lobte Herbert Krahn das ansprechende Konzept: "Das tut Kempen gut." Er und seine Kollegen seien froh, "dass der Weg nach vorn geht." Gedanken machte sich eine Besucherin um den Abriss des ehemaligen Kreistagsgebäudes. Schon jetzt biete es keinen schönen Anblick mehr. Eine Bürgerin fragte nach den Folgen für das benachbarte Kulturforum; davon sei ihr zu wenig die Rede. Dies, so Kahl, sei aber im Moment nicht Inhalt des Ausschreibungsverfahrens.
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