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Stadt Kempen: Physik zum Lachen komisch

VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008

Stadt Kempen (RPO). Physik muss durchaus keine staubtrockene Angelegenheit sein. Diesen Beweis traten zwei Experten im Kempener Luise-von-Duesberg-Gymnasium an. Zum Auladach startete eine Rakete, Gurken produzierten Strom, ein Fass explodierte.

Das Publikum machte bei den physikalischen Experimenten begeistert mit. Hier geht es darum, bei ineinander verdrehten Händen zu versuchen, die Daumen aufeinander zu legen.  Foto: RPO
Das Publikum machte bei den physikalischen Experimenten begeistert mit. Hier geht es darum, bei ineinander verdrehten Händen zu versuchen, die Daumen aufeinander zu legen. Foto: RPO

Physik, zum Totlachen komisch? Und dabei gleichzeitig interessanter als jemals ein Physikunterricht sein könnte? Glaubt man kaum, aber die „Physikanten“ traten am Dienstagabend in der Aula des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums den fröhlichen Gegenbeweis an. Herr Markus (Weber) und Professor Dr. Otto Liebermann zeigten, dass Physik und die Naturwissenschaften überhaupt spannend sein können und dürfen.

Es begann eigentlich ganz simpel. Ein Glas voll Wasser, im Kreis durch die Luft gewirbelt. Das müsste ja eigentlich leer sein, ist es aber nicht. So funktioniert die Zentrifugalkraft. Und schon ist man mittendrin in der ersten Lektion.

Info

Auch im Netz

Viele der Experimente der Physikanten und jede Menge Informationen zur Physik sind im Internet unter www.physikanten.de abrufbar.

„Physik ist die Lehre von der unbelebten Materie, der werden wir heute Leben einhauchen“, sagt Herr Markus. Dem ist auch so. Wie entwickelt sich Resonanz, was hat es mit dem spezifischen Gewicht von Wasser auf sich? Warum kann ein chemischer Stoff Flüssigkeiten binden? Atemloses Staunen im Publikum, als nur mit Hilfe von Luft eine Rakete ans Auladach startet. Es gibt kleine Spezialisten im Publikum, die das Experiment kennen und trotzdem wie alle anderen den Kopf recken, um zu sehen, wie das funktioniert. Licht kann selbst durch eine Gurke – aber bitte nur eine echte Spreewaldgurke – erzeugt werden. Das liegt am Salz, was gleich danach mit einem menschlichen Stromkreis, bestehend aus sechs Zuschauern, bewiesen wird. Auch da ist wieder das Salz in den Körperflüssigkeiten im Spiel. Wasserdampf und Vakuum lassen ein Fass explodieren, mit einem Drahtkäfig einen faszinierenden Feuertornado entstehen, riesengroße Rauchkringel durch die ganze Aula schicken. Fast vergisst man, dass es sich hier um eine naturwissenschaftliche Lehrstunde handelt, sondern fühlt sich in eine faszinierende Magiershow versetzt.

Junges wie älteres Publikum erliegt dem lockeren Charme der beiden Akteure. Zumal es für die freiwillige Teilnahme an Experimenten Bonbons zur Belohnung gibt. Ach ja, dann ist da noch der rheinische Breitmaulfrosch, im wahren Leben ein Fön mit Aufsatz, der zeigt, wie sich Teile in der Luft bewegen, ein Boot, das in wundersamer Weise in der Luft schwimmt. Es ist aber das Gas Schwefelhexaflorid, das bewirkt, dass Gegenstände darauf schweben. Oder eine Stimme dunkler wird durch das Gas, Helium dagegen eine Stimme heller macht. So ist das mit der Auftriebskraft, sogar in der menschlichen Lunge.

Staunen, sich überraschen lassen oder einfach Neugierde wecken, das war das Ziel der Physikanten. Und wie sich hinterher bei den vielen Gesprächen mit Markus Weber im Foyer zeigte, gelang das durchaus. „Die Latte ist jetzt hoch gelegt“, räumte Physiklehrer Alexander Bauer vom Luise-von-Duesberg-Gymnasium ein, der gemeinsam mit seinem Kollegen vom Thomaeum Dirk Brinkmann in den Abend eingeführt hatte. So spannend könne man das leider im täglichen Unterricht nicht machen.

Quelle: RP

 
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