Gemeinde Grefrath: "Pippi Langstrumpf": witzig und charmant
VON STEPHANIE WICKERATH - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Gemeinde Grefrath (RP). Voller viel Witz und mit viel Charme spielt die Theater-AG der Liebfrauenschule Mülhausen "Pippi Langstrumpf". Mit wippenden Zöpfen und Sommersprossen hüpft Lisa Roder über die Bühne. Die Zwölftklässlerin interpretiert ihre Pippi als trotziges und selbstbewusstes Mädchen. Camille Konnen als Annika und Josefine Leysten als Thomas wirken daneben zunächst kindlich naiv und lassen sich erst nach und nach von Pippis freigeistiger Art anstecken. Gemeinsam erleben die drei Kinder viele aufregende und lustige Geschichten.
Klettergerüst als Kulisse
Lothar Lange und Jens Michels, die beiden Leiter der Theater-Gruppe für die Klassen 8 bis 13, haben das Stück in verschiedene Szenen unterteilt, die sich gut auf der Bühne im Pädagogischen Zentrum umsetzen lassen. Als Kulisse dient ein robustes Klettergerüst mit aufgemalten Fenstern und einer Veranda, auf der ein Holzpferd steht. Diese "Villa Kunterbunt" ist der Dreh- und Angelpunkt des Stücks.
Hier flüchtet Pippi von den Polizisten Larrson, den Veronika Senger mit überheblichem Wesen ausstattet, und dem Kollegen Klang, von Moritz von Gierke überzeugend dargestellt. Hier taucht auch Frau Prysselius auf, die Pippi im Kinderheim unterbringen will. Anna von Gierke spielt die Vorsitzende des Waisenrats herrlich verklemmt. Pippi Lebensfreude lässt die überkorrekte Dame völlig kalt.
Und hier wollen die Diebe Blom, trottelig dargestellt von Julian Goebel, und Donner Karlson an Pippis Goldstücke kommen. Die angehende Abiturientin Lisa Merks legt dabei keine falsche Eitelkeit an den Tag. Sie karikiert Donner Karlson mit vielseitiger und ausdrucksstarker Mimik und lässt ihn mit dörflichem Dialekt sprechen. Auch ihre Art, sich mit riesigen Schritten anzuschleichen, kommt gut an. Mit von der Partie sind außerdem Leonie Kutz als liebenswerte Lehrerin und Ysabel Michi, eine Austauschschülerin aus den USA, die mit vielen Kissen beladen in der Jahrmarktszene die stärkste Frau der Welt spielt.
Etwa 600 Zuschauer sahen die drei Aufführungen von Pippi Langstrumpf am Wochenende. "Wir hatten nur drei Monate Zeit, das Stück einzustudieren", erzählt Lothar Lange, der die Theater-AG an der Liebfrauenschule seit fast 30 Jahren leitet. Obwohl mittlerweile pensioniert, bleibt Lange der Gruppe treu und genießt wieder einen kurzen Gastauftritt, diesmal als Kapitän Langstrumpf. Vor Weihnachten soll es noch ein Stück geben, bevor im kommenden Jahr ein Jubiläum ansteht. "Dann wird die Schule 125 Jahre alt", erzählt Lange, der zu diesem Anlass ein Rockmusical über die Geschichte des Ordens "Unserer Lieben Frau" schreiben möchte.
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