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Grefrath: Polizeihunde finden Spur zu Mirco

VON J. SORGATZ, S. WICKERATH UND U. WINTER - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 - 14:07

Grefrath (RPO). Im Fall des vermissten Mirco aus Grefrath gibt es erste Hinweise. Suchhunde haben eine Spur des Zehnjährigen in Richtung Wachtendonk entdeckt. Anwohner berichten zudem von einem verdächtigen Pkw. Der Kombi soll an der Stelle geparkt haben, an der die Polizei später Mirkos Fahrrad fand.

Am Montagvormittag hat die Polizei mit rund 300 Einsatzkräften ihre Suche nach dem zehnjährigen Mirko wieder aufgenommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurde in dem Bereich nach dem Jungen gesucht, wo Fährtensuchhunde der Polizei angeschlagen hatten. Der Ort liegt etwa acht Kilometer von dem Ort entfernt, an dem der Junge am Freitagabend zuletzt gesehen wurde.

Dutzende Polizeiwagen hatten bereits am Sonntag Stellung entlang der Niers in Grefrath bezogen, bis zu 300 Einsatzkräfte durchforsteten die Umgebung, Taucher stiegen immer wieder in das flache Gewässer hinab. Ein Hubschrauber kreiste dröhnend über dem kleinen Ort, Suchhunde schnüffelten durch das Gelände: Bei ihrem Großeinsatz in Grefrath ist die Polizei am Sonntag auf erste Spuren gestoßen.

Foto: Polizei

Am Sonntagnachmittag nehmen die Suchhunde die Witterung des Jungen in Richtung Wachtendonk auf, nördlich von Grefrath. Doch schon kurz darauf zerschlägt sich die Hoffnung. Im Bereich der Ortschaft Vorst verlieren die Hunde die Witterung wieder. Am Abend muss die Suche nach Einbruch der Dunkelheit abgebrochen werden.

Unterdessen gehen bei den Ermittlern Anrufe von Zeugen ein. Zwei Anwohner melden sich. Sie berichten von einem verdächtigen Pkw. Der dunkle Kombi soll am Freitagabend zwischen 21.20 Uhr und 21.30 Uhr an einem Grefrather Rad- und Wanderweg entlang der Niers eingeparkt und dort bis mindestens 22 Uhr gestanden haben: kurz nachdem Mirco zum letzten Mal gesehen wurde – und an der Stelle, an der die Polizei nach seinem Verschwinden das Fahrrad des Jungen fand.

Das grasgrüne Mountainbike, ein so genanntes Dirtbike, war das Einzige, was die Ermittler zunächst von Mirco ausfindig machen konnten. Am Freitagabend hatte er mit einem Freund eine Skateranlage nahe einem Schulzentrum in Grefrath-Oedt besucht, nur vier Kilometer von seinem Elternhaus entfernt. Gegen 21 Uhr rief ihn seine Mutter noch auf dem Handy an, bat ihn, sofort nach Hause zu fahren, es sei schließlich schon spät. Doch Mirco kam nie an.

Das Mobiltelefon des Jungen konnten die Beamten am Samstag nicht orten. Aufgrund einer WDR-Großveranstaltung in Nettetal waren die Netze offenbar überlastet, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Die Skateranlage, die Mirco am Freitag mit einem Freund aufgesucht hatte, gilt als beliebter Treffpunkt. Markus Winkler kommt beinahe jeden Tag hier vorbei. Auch er hat Mirco S. mit seinem Fahrrad auf der Anlage gesehen, "aber zum ersten Mal", wie der 19-Jährige sagt. "Ich fand es etwas merkwürdig, dass so ein kleiner Junge so spät noch hier war." Auseinandersetzungen habe es auf der Anlage nie gegeben.

Mirco hatte seinen Freund nach Hause gebracht und mit seinem Fahrrad den Weg entlang an der Niers eingeschlagen. Zuletzt gesehen hat ihn ein Zeuge, der an einer Bushaltestelle saß.

"Wir haben überhaupt keine Hinweise, dass Mirco am Freitagabend woanders hinwollte", sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. Die Polizei, die die Suche nach dem Jungen heute um 10 Uhr mit neuen Einsatzkräften fortsetzen will, schließt ein Gewaltverbrechen nicht aus. Die Kriminalpolizei Mönchengladbach hat als zuständige Kriminalhauptstelle die Ermittlungen übernommen.

Bei den Behörden gilt die Familie als unauffällig, bei den Nachbarn ist sie beliebt. "Sie sind vor einigen Jahren zu uns in die Siedlung gezogen", sagt eine Grefratherin, die nur wenige Häuser weiter wohnt. Mircos Vater arbeitet als Schlosser, beide Eltern engagieren sich in einer freien evangelischen Kirchengemeinde aus Krefeld. "Es gibt keinen Menschen auf der Erde, den Gott nicht liebt" steht auf einem Zettel im Fenster des Wohnhauses der Familie S.

Eine weitere Nachbarin sagt: "Das sind ausgesprochen nette, freundliche Leute, die sich sehr um ihre Kinder bemühen." Vier seien es insgesamt, zwei Jungs, zwei Mädchen, Mirco ist der Zweitjüngste. "Auch die Kinder sind sehr freundlich, sehr gut erzogen", sagt die Nachbarin. "Es tut einem einfach nur unendlich leid für die Familie."

Quelle: RP

 
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